Stand: September 2026 · Lesezeit: 6 Minuten
Eine Erdwärmepumpe kostet für ein Einfamilienhaus meist zwischen 25.000 und 45.000 Euro, komplett eingebaut und vor Abzug einer Förderung. Den größten Anteil frisst die Erschließung der Wärmequelle. Eine Erdsonde mit Bohrung ist deutlich teurer als ein Flächenkollektor im Garten.
Kurzantwort: Für Erdwärmepumpe, Erschließung und Einbau fallen etwa 25.000 bis 45.000 Euro Gesamtkosten an. Die jährlichen Betriebskosten liegen bei einem gut gedämmten Haus oft zwischen 700 und 1.500 Euro.
Das Wichtigste in Kürze
- Gerät und Einbau kosten grob 15.000 bis 25.000 Euro.
- Erdsondenbohrung: etwa 8.000 bis 20.000 Euro, Flächenkollektor: etwa 3.000 bis 8.000 Euro.
- Die Anlage arbeitet mit einer Jahresarbeitszahl von häufig 4 bis 5 sehr effizient.
- Förderung und Genehmigung vor der Auftragsvergabe klären.
Erdwärmepumpe Kosten im Überblick
Alle Zahlen in diesem Text sind Richtwerte aus üblichen Marktspannen. Sie schwanken je nach Region, Bodenbeschaffenheit und Auslastung der Handwerksbetriebe. Ein verbindliches Angebot ersetzen sie nicht. Die folgende Tabelle zeigt die typischen Posten für ein Haus mit rund 150 Quadratmetern Wohnfläche.
| Posten | Richtwert in Euro |
|---|---|
| Wärmepumpe (Sole-Wasser) inklusive Speicher | 10.000 bis 18.000 |
| Erdsondenbohrung (2 bis 3 Sonden) | 8.000 bis 20.000 |
| Erdkollektor mit Erdarbeiten | 3.000 bis 8.000 |
| Einbau, Hydraulik, Elektrik | 3.000 bis 7.000 |
| Planung, Genehmigung, Nebenkosten | 1.000 bis 3.000 |
Die Summe landet je nach Wärmequelle bei etwa 25.000 bis 45.000 Euro. Ein Sondensystem liegt am oberen Rand, ein Kollektor am unteren.
Erdsonde oder Erdkollektor: Was die Wärmequelle kostet
Die Erdwärmepumpe entzieht dem Boden Wärme. Dafür gibt es zwei gängige Wege. Bei der Erdwärmesonde bohrt eine Fachfirma senkrecht ins Erdreich. Laut Wikipedia reichen die Bohrungen meist bis 100 Meter Tiefe, die meisten bleiben unter 50 Metern. Je Bohrmeter fallen häufig 50 bis 100 Euro an.
Ein Flächenkollektor verlegt Rohre knapp unter der Frostgrenze im Garten. Er braucht dafür ungefähr das Ein- bis Zweifache der beheizten Wohnfläche als freie Fläche. Der Bagger ist günstiger als der Bohrtrupp. Dafür geht Gartenfläche verloren, denn tief wurzelnde Bäume dürfen dort nicht wachsen.
Kosten für Erdwärmepumpe mit Einbau und Nebenarbeiten
Der Einbau kostet mehr, wenn das Haus alte Heizkörper mit hoher Vorlauftemperatur hat. Erdwärmepumpen arbeiten am besten mit niedrigen Vorlauftemperaturen, etwa 35 Grad. Eine Flächenheizung passt ideal dazu. Wie eine solche Heizung im Boden aufgebaut ist, zeigt der Beitrag Fußbodenaufbau bei Fußbodenheizung.
Weitere Posten sind ein Pufferspeicher, ein neuer Zähler, Rohrdämmung und manchmal ein Elektriker für den Starkstromanschluss. Auch die Demontage der alten Heizung und die Entsorgung des Öltanks stehen oft auf der Rechnung.
Genehmigung und Bohrung: Diese Kosten kommen dazu
Erdwärmebohrungen brauchen in Deutschland in der Regel eine wasserrechtliche Erlaubnis der zuständigen Behörde. Die Gebühren liegen meist im dreistelligen Bereich. In Wasserschutzgebieten gelten oft Einschränkungen oder Verbote. Eine Anfrage bei der unteren Wasserbehörde vor der Planung spart Ärger.
Ein Bohrunternehmen mit Zertifikat kennt die lokalen Vorgaben. Planer rechnen die Entzugsleistung des Bodens aus. Sie legt fest, wie viele Sonden und welche Tiefe nötig sind. Für ein Standardhaus sind es oft zwei bis drei Sonden mit 80 bis 100 Metern.
Betriebskosten und Stromverbrauch der Erdwärmepumpe
Die Anlage nutzt eine Kilowattstunde Strom und macht daraus vier bis fünf Kilowattstunden Wärme. Fachleute nennen das Jahresarbeitszahl. Laut Wikipedia fällt sie bei Erdwärmepumpen im Vergleich zu Luft-Wärmepumpen relativ hoch aus, weil der Boden das ganze Jahr über ähnlich warm bleibt.
Ein Haus mit 15.000 Kilowattstunden Heizwärme benötigt bei einer Jahresarbeitszahl von 4,5 rund 3.300 Kilowattstunden Strom. Bei 30 Cent je Kilowattstunde sind das etwa 1.000 Euro im Jahr. Genauere Rechenbeispiele stehen im Beitrag Stromverbrauch einer Erdwärmepumpe. Wärmepumpenstrom gibt es bei vielen Anbietern zu einem günstigeren Tarif.
Kurzantwort: Bei einer Jahresarbeitszahl von 4,5 und 30 Cent je Kilowattstunde kostet die Wärme für ein Haus mit 15.000 Kilowattstunden Bedarf etwa 1.000 Euro im Jahr.
Förderung für die Erdwärmepumpe
Der Staat fördert Wärmepumpen über die Bundesförderung für effiziente Gebäude. Zuständig ist für Einzelmaßnahmen das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Nach Angaben des Bundesverbands Wärmepumpe gilt ab dem 21. Juli 2026 eine neue Förderkulisse. Fördersätze und Voraussetzungen ändern sich also.
Die Reihenfolge zählt. Anträge müssen in der Regel vor Vertragsabschluss mit dem Handwerksbetrieb gestellt werden oder der Vertrag muss eine Bedingung für die Förderzusage enthalten. Aktuelle Zahlen stehen beim BAFA. Erdwärmepumpen zählen wegen ihrer hohen Effizienz oft zu den Anlagen mit besonders guten Förderkonditionen.
Erdwärmepumpe im Vergleich mit anderen Heizungen
Im Vergleich zur Luft-Wärmepumpe kostet die Erdwärmepumpe in der Anschaffung meist 8.000 bis 15.000 Euro mehr. Dafür spart sie im Betrieb Strom, denn sie erreicht höhere Jahresarbeitszahlen und braucht im Winter kein Abtauen. Über 20 Jahre kann sich der Aufpreis ausgleichen, besonders bei hohem Wärmebedarf.
Wer noch nicht sicher ist, welche Heizung zum Neubau oder zur Sanierung passt, findet Entscheidungshilfen im Beitrag Welche Heizung zum Hausbau passt. Eine Energieberatung vor dem Kauf zeigt, ob das Haus für eine Erdwärmepumpe geeignet ist.
Kosten senken: Praktische Tipps
- Drei bis vier Angebote einholen und Bohrleistung getrennt ausweisen lassen.
- Die Heizlast berechnen lassen, damit die Anlage nicht zu groß ausfällt.
- Vorlauftemperatur senken, zum Beispiel durch größere Heizkörper oder eine Fußbodenheizung.
- Bei einem Neubau die Sonden gemeinsam mit den Erdarbeiten bohren lassen.
- Nachbarn fragen, ob eine gemeinsame Anlage mit mehreren Häusern möglich ist.
Fazit
Die Erdwärmepumpe ist teurer als eine Luft-Wärmepumpe, arbeitet aber sparsamer und leiser. Wer im Garten Platz hat oder eine Bohrung erhält, bekommt eine Heizung mit sehr niedrigen laufenden Kosten. Wichtig sind ein sauberer Kostenplan, eine wasserrechtliche Erlaubnis und die rechtzeitige Förderanfrage.
FAQ – Häufige Fragen
Was kostet eine Erdwärmepumpe im Einfamilienhaus?
Meist 25.000 bis 45.000 Euro inklusive Erdwärmesonde oder Kollektor und Einbau, vor Abzug der Förderung.
Was kostet die Erdsondenbohrung pro Meter?
Häufig 50 bis 100 Euro je Bohrmeter. Der Preis hängt vom Untergrund und vom Bohrunternehmen ab.
Ist ein Erdkollektor günstiger als eine Erdsonde?
Ja. Die Erschließung kostet oft nur 3.000 bis 8.000 Euro. Dafür braucht der Kollektor viel freie Gartenfläche.
Wie hoch sind die Betriebskosten einer Erdwärmepumpe?
Bei gut gedämmten Häusern liegen sie oft zwischen 700 und 1.500 Euro im Jahr. Entscheidend sind Heizwärmebedarf, Jahresarbeitszahl und Strompreis.
Braucht man für eine Erdwärmepumpe eine Genehmigung?
Bei Erdwärmebohrungen ist meist eine wasserrechtliche Erlaubnis der zuständigen Behörde nötig. Kollektoren sind oft anzeigepflichtig.
Gibt es Förderung für Erdwärmepumpen?
Ja, über die Bundesförderung für effiziente Gebäude beim BAFA. Laut Bundesverband Wärmepumpe gilt ab 21. Juli 2026 eine neue Förderkulisse.
Wann lohnt sich eine Erdwärmepumpe gegenüber einer Luft-Wärmepumpe?
Bei hohem Wärmebedarf und langer Nutzungsdauer. Die höhere Effizienz kann den Aufpreis nach einigen Jahren ausgleichen.
Wie lange hält eine Erdwärmepumpe?
Das Gerät hält häufig 20 bis 25 Jahre. Erdsonden gelten als deutlich langlebiger.
Eignet sich die Erdwärmepumpe für Altbauten?
Ja, wenn die Vorlauftemperatur niedrig genug ist. Eine Dämmung oder größere Heizkörper helfen dabei.
Wie viel Platz braucht ein Erdkollektor?
Etwa das Ein- bis Zweifache der beheizten Wohnfläche. Auf der Fläche sollten keine tief wurzelnden Pflanzen stehen.
- Erdwärmepumpe Stromverbrauch
- Hausbau: Welche Heizung?
- Heizungsgesetz im Altbau
- Fußbodenaufbau bei Fußbodenheizung
- Solaranlage Förderung
Quellen
Bella schreibt hier über Haus, Bauen und Wohnen. Sie mag Fragen, auf die man abends noch schnell eine Antwort braucht, und schreibt sie so auf, dass man sie beim ersten Lesen versteht. Quellen stehen unter jedem Beitrag.





