SDS-Aufnahme: Was der Bohrer-Standard bedeutet

Veröffentlicht am 30.09.2026 · Lesezeit 6 Min.

Stand: September 2026 · Lesezeit: 6 Minuten

Die SDS-Aufnahme ist das Spannsystem von Bohrhämmern. Der Bohrer rastet formschlüssig in Nuten ein und bleibt in Längsrichtung beweglich. Dadurch gehen die Schläge des Hammers direkt auf das Werkzeug über. Die Aufnahme gibt es in den Größen SDS-Plus und SDS-Max.

Kurzantwort: SDS steht für ein Schnellwechselsystem mit Nuten am Schaft, das Schlagbohren in Beton und Stein ermöglicht. SDS-Plus hat meist 10 mm Schaftdurchmesser, SDS-Max meist 18 mm.

Das Wichtigste in Kürze

  • SDS-Bohrer sitzen formschlüssig und laufen in der Aufnahme axial vor und zurück.
  • SDS-Plus (meist 10 mm Schaft) passt zu leichten Geräten, SDS-Max (meist 18 mm) zu schweren.
  • Der Bohrerwechsel geht ohne Werkzeug in wenigen Sekunden.
  • SDS eignet sich für Beton und Stein, nicht für Holz und Metall.

SDS-Aufnahme erklärt: So funktioniert das Bohrersystem

Ein normales Bohrfutter hält den Bohrer durch Reibung. Bei einem Bohrhammer reicht das nicht. Die Schläge würden die Verbindung lockern, außerdem bremst die große Masse des Futters die Schlagenergie. Deshalb kam 1975 laut Wikipedia mit SDS-Plus ein System für kleinere Handgeräte auf den Markt. Der Bohrer bewegt sich dabei um etwa einen Zentimeter entlang der Drehachse.

In der Aufnahme sitzen kleine Kugeln oder Riegel. Sie greifen in Nuten am Bohrerschaft. Die Drehung überträgt sich über die geschlossenen Nuten, der Schlag läuft über das Ende des Schafts. Das Werkzeug ist dadurch weniger genau zentriert als in einem Backenfutter. Für Schlagarbeit in mineralischem Material spielt das kaum eine Rolle.

SDS-Plus und SDS-Max im Vergleich

Beide Systeme arbeiten nach demselben Prinzip. Sie unterscheiden sich in der Größe und in dem Gerät, für das sie gedacht sind. Die Zahlen in der Tabelle sind übliche Werte. Einzelne Hersteller weichen leicht ab.

Merkmal SDS-Plus SDS-Max
Schaftdurchmesser 10 mm 18 mm
Nuten am Schaft 2 offene, 2 geschlossene 3 offene, 3 geschlossene
Typische Bohrer ca. 4 bis 30 mm ca. 12 bis 50 mm und mehr
Schlagenergie (Akku/Netz) ca. 1,2 bis 5,8 J / 1,7 bis 4,9 J ca. 7,1 bis 12,5 J / 7,1 bis 19 J
Einsatz Dübellöcher, Steckdosen, leichte Arbeiten Kernbohren, Meißeln, Abbruch

Die Schlagenergien stammen aus dem Wikipedia-Artikel zum Bohrhammer und beziehen sich auf Messungen nach einem EPTA-Standard. Wer nur Löcher für Dübel und Leitungen bohrt, kommt mit SDS-Plus gut aus. Schwere Abbrucharbeiten verlangen SDS-Max.

Kompatibilität: Welcher Bohrer passt in welches Gerät?

Ein SDS-Plus-Bohrer passt in jede SDS-Plus-Aufnahme, egal welche Marke auf dem Gerät steht. Das System ist genormt und herstellerübergreifend nutzbar. SDS-Max-Bohrer stecken dagegen nur in SDS-Max-Geräten. Ein Max-Schaft mit 18 mm passt physisch nicht in eine Plus-Aufnahme.

Wer einen Bohrhammer neu kauft, prüft die Aufnahme vor dem Zubehör. Manche Geräte besitzen einen Wechselfutter-Adapter, mit dem sich SDS-Bohrer und normale Rundschäfte nutzen lassen. Ein Blick in die Bedienungsanleitung zeigt, welche Ausführung vorliegt.

Kurzantwort: SDS-Plus-Bohrer passen in alle SDS-Plus-Geräte, unabhängig von der Marke. SDS-Max-Bohrer brauchen ein SDS-Max-Gerät. Ein Wechsel zwischen den Größen funktioniert ohne Adapter nicht.

Bohrer wechseln in der SDS-Aufnahme Schritt für Schritt

Der Wechsel dauert wenige Sekunden und braucht kein Werkzeug. So läuft er ab:

  • Gerät ausschalten, Akku entfernen oder Netzstecker ziehen.
  • Schaft mit einem trockenen Tuch säubern und dünn mit Fett benetzen.
  • Bohrer drehend in die Aufnahme schieben, bis er hörbar einrastet.
  • Kurz am Bohrer ziehen. Er muss sich etwa einen Zentimeter bewegen lassen, darf aber nicht herausrutschen.
  • Zum Lösen die Verriegelungshülse zurückziehen und den Bohrer herausnehmen.

SDS-Aufnahme im Alltag: Wofür sie taugt und wofür nicht

Bohrhämmer sind laut Wikipedia für mineralisches Material wie Stein oder Beton gedacht. Dazu zählen Kalksandstein, Klinker und Stahlbeton. Beim Setzen von Dübeln kommt es auf saubere Löcher an. Mehr dazu steht im Beitrag zum Thema Dübel und Bohrer. Auch für Schlitze und Löcher in Wänden lohnt sich das System. Wer später verputzt, findet Hinweise unter Wandputz.

Für Holz, Metall oder Fliesen fehlt die passende Schneide. Fliesen lassen sich mit dem Hammer schnell beschädigen. Wer Fliesen verlegt, liest besser die Hinweise unter Fliesen verlegen. Die Schlagfunktion lässt sich bei vielen Geräten abschalten. Dann läuft der Bohrer nur mit Drehung.

Pflege und Verschleiß der SDS-Aufnahme

Staub gehört zu den größten Feinden der Aufnahme. Er dringt in die Rasten und schleift Schaft und Riegel ab. Nach dem Einsatz lohnt ein kurzes Ausblasen und Abwischen. Ein dünner Fettfilm auf dem Schaft senkt den Verschleiß. Zu viel Fett verklebt mit Staub und wirkt dann wie Schleifpaste.

Verschleiß zeigt sich durch starkes seitliches Spiel und rutschende Bohrer. Bei Schäden an der Aufnahme lässt man das Gerät prüfen. Bei Bohrern mit abgenutztem Schaft hilft nur der Austausch.

Sicherheit beim Arbeiten mit dem Bohrhammer

Ein Bohrhammer schlägt hart und erzeugt Staub, Lärm und Vibrationen. Gehörschutz, Schutzbrille und Staubmaske gehören zur Ausrüstung. Vor dem Bohren sollte klar sein, wo Leitungen verlaufen. Bei Deckenarbeiten hilft ein Blick in die Grundrisse. Eine Beschreibung der Wandarten liefert der Beitrag tragende Wand erkennen.

Wer mit einem schweren Gerät an einer Wand arbeitet, sollte sich einen festen Stand suchen. Wer mit beiden Händen zupackt, führt das Gerät sicherer. Für Wandmontagen wie einen Fernseher hilft der Beitrag über eine TV-Halterung an der Dachschräge.

Fazit

Die SDS-Aufnahme macht Schlagbohren in Beton und Stein einfach und schnell. Die Wahl zwischen SDS-Plus und SDS-Max richtet sich nach dem Gerät und der Aufgabe. Für Haus und Wohnung reicht meist SDS-Plus. Wer Bohrer und Aufnahme pflegt, behält lange Freude am Werkzeug.

FAQ – Häufige Fragen

Was bedeutet SDS bei Bohrern?

SDS bezeichnet ein Aufnahmesystem für Bohrhämmer. Der Bohrer sitzt formschlüssig in Nuten und kann sich in der Aufnahme axial vor und zurück bewegen. So kommen die Hammerschläge ungebremst an.

Was ist der Unterschied zwischen SDS-Plus und SDS-Max?

SDS-Plus ist für kleinere Geräte gedacht und hat meist 10 mm Schaftdurchmesser. SDS-Max ist für große Bohr- und Meißelhämmer gedacht und hat meist 18 mm Schaft. Beide Schäfte passen nicht ineinander.

Passt ein SDS-Bohrer in ein normales Bohrfutter?

Ein Dreibackenfutter kann den Schaft mit Nuten nur schlecht greifen. Der Bohrer sitzt dann schief und rutscht. Für Bohrer mit SDS-Schaft gehört ein Bohrhammer mit passender Aufnahme ans Werkzeug.

Kann ich mit SDS-Bohrern in Holz oder Metall bohren?

Dafür fehlen SDS-Bohrern in der Regel die passenden Schneiden. Holz und Metall bohrt man mit Spiralbohrern im Bohrfutter. Die Aufnahme ist auf Stein und Beton zugeschnitten.

Wie wechselt man einen SDS-Bohrer?

Der Bohrer wird bis zum Anschlag in die Aufnahme geschoben und rastet ein. Zum Lösen zieht man die Hülse zurück und nimmt den Bohrer heraus. Eine Zange oder ein Schlüssel ist nicht nötig.

Was bedeutet SDS-Quick?

Manche Hersteller bieten Bohrhämmer mit Schnellwechselfutter an, das SDS-Bohrer aufnimmt und zusätzlich normale Rundschäfte spannt. Die genaue Ausführung hängt vom Modell ab. Ein Blick in die Anleitung des Geräts schafft Klarheit.

Woran erkenne ich SDS-Plus am Bohrer?

Der Schaft ist 10 mm dick und trägt vier Nuten. Zwei davon sind offen, zwei geschlossen. Die Herstellerangaben auf dem Bohrer nennen meist auch die Bezeichnung SDS-Plus.

Wie viel Schlagenergie haben SDS-Plus-Geräte?

Laut Wikipedia liegen Akku-Maschinen bei etwa 1,2 bis 5,8 Joule. Netzbetriebene SDS-Plus-Geräte kommen auf rund 1,7 bis 4,9 Joule. SDS-Max-Geräte schlagen deutlich kräftiger.

Warum wackelt der Bohrer in der SDS-Aufnahme?

Ein gewisses axiales Spiel gehört zum System und beträgt etwa einen Zentimeter. Starkes seitliches Wackeln deutet auf Verschleiß der Aufnahme oder des Schafts hin. Dann helfen Reinigen, neues Fett und im Zweifel ein neuer Bohrer.

Braucht die SDS-Aufnahme Fett?

Ein wenig Fett am Schaft verringert den Verschleiß. Zu viel Fett zieht Staub an. Herstellerhinweise zur Pflege des Geräts haben dabei Vorrang.

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Quellen

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