Screeded floor - geograph.org.uk - 3404800

Estrich in Säcken: Verbrauch, Säcke je m² und wann Sackware passt

Kurzantwort: Estrich in Säcken ist werksgemischter Trockenmörtel aus Zement und Sand, meist in 10-, 25- oder 40-kg-Säcken. Der Verbrauch liegt laut Herstellerdatenblatt bei etwa 2 kg je m² und mm Dicke. Für einen 45 mm dicken schwimmenden Zementestrich brauchst du also rund 90 kg je m², das sind gut zwei 40-kg-Säcke. Für 10 m² sind es etwa 23 Säcke und rund 80 Liter Wasser. Sackware lohnt sich für kleine Flächen, Reparaturen und Ausgleich. Ab einigen Dutzend Quadratmetern liefern Silo oder Fahrmischer günstiger und gleichmäßiger.

Im Sack steckt ein fertig dosierter Estrichmörtel: Zement als Bindemittel, Sand mit Größtkorn 8 mm und Zusätze für die Verarbeitung. Du gibst nur Wasser dazu. Die Datenblätter nennen die Klasse nach DIN EN 13813, zum Beispiel CT-C30-F5: Zementestrich mit 30 N/mm² Druckfestigkeit und 5 N/mm² Biegezugfestigkeit. Damit erfüllt Sackware dieselben Anforderungen wie Baustellenestrich aus dem Silo.

Der Unterschied liegt in Menge und Logistik. Ein Sack wiegt 40 kg, ein Quadratmeter Estrich braucht mehr als zwei davon. Wer ein ganzes Erdgeschoss mit Sackware macht, trägt mehrere Tonnen durchs Haus und mischt den ganzen Tag. Deshalb lohnt sich vorher eine kurze Rechnung.

Verbrauch berechnen: 2 kg je Quadratmeter und Millimeter

Die Faustformel aus den Datenblättern: Fläche in m² mal Dicke in mm mal 2 kg. Bei 45 mm, der Mindestdicke für schwimmenden Zementestrich der Klasse F4 in Wohnräumen nach DIN 18560-2, ergibt das 90 kg je m². Der Wasserbedarf liegt bei etwa 0,09 Liter je kg Trockenmörtel, also rund 3,6 Liter je 40-kg-Sack.

Fläche Trockenmörtel bei 45 mm Säcke à 40 kg Wasser
5 m² 450 kg 12 ca. 41 l
10 m² 900 kg 23 ca. 81 l
20 m² 1.800 kg 45 ca. 162 l
30 m² 2.700 kg 68 ca. 243 l

Rechne 5 bis 10 Prozent Reserve dazu, weil der Untergrund selten exakt eben ist und der Estrich an Wänden und Ecken etwas dicker wird. Bei 60 mm Dicke, etwa über einer Fußbodenheizung mit 16-mm-Rohren, steigt der Bedarf auf 120 kg je m², also drei Säcke.

Wann Sackware die richtige Wahl ist

Sackware passt, wenn die Fläche klein ist: ein Bad, ein Flur, ein Kellerraum, ein Anbau. Sie passt für Reparaturen nach einem Wasserschaden, für Ausgleichsschichten unter Trockenestrich und für Baustellen, an die kein Silo-Lkw kommt. Auch im Obergeschoss ohne Estrichpumpe ist der Sack oft der einzige Weg. Und sie passt, wenn du in Etappen arbeitest, weil du nur so viel anmischst, wie du in der Verarbeitungszeit einbauen kannst. Die Datenblätter nennen dafür etwa 60 Minuten.

Ab 30 bis 40 m² kippt die Rechnung. Fast drei Tonnen Säcke schleppen, mischen und in 60-Minuten-Chargen einbauen kostet mehr Zeit als ein Silo mit Mischpumpe. Wikipedia beschreibt den Regelfall auf der Baustelle: Der Estrich wird vor Ort gemischt und mit einer Pumpe zur Einbaustelle gefördert. Bei Fließestrich kommt das Material fertig gemischt im Fahrmischer, der laut Wikipedia je nach Größe 6 bis 9 m³ fasst.

Mischen und einbauen

Zementestrich aus dem Sack mischst du im Freifall- oder Zwangsmischer mit der genauen Wassermenge vom Sack. Zu viel Wasser senkt die Festigkeit und verlängert die Trocknung, zu wenig lässt sich nicht verdichten. Konventioneller Estrich wird erdfeucht eingebaut: Die Mischung hält beim Zusammendrücken die Form, ohne zu tropfen.

Vor dem Einbau liegen Dämmung, Folie und Randdämmstreifen. Du setzt Höhenlehren, füllst den Mörtel ein, ziehst ab, verdichtest und reibst die Oberfläche. Wikipedia nennt für Zementestrich in den ersten drei Tagen mindestens 5 °C, auch nachts, und Schutz vor Zugluft und Wasser. Begehbar ist er nach etwa drei Tagen, die erste Feuchtemessung ist ab dem 28. Tag sinnvoll. Belegreif ist unbeheizter Zementestrich bei höchstens 2,0 CM-%.

Fugen brauchst du bei kleinen Räumen selten: Wikipedia nennt für Zementestrich eine Feldgröße bis 36 m². Türdurchgänge und Einschnürungen bekommen trotzdem eine Scheinfuge.

Sackware, Silo oder Fahrmischer

Lieferform Typische Menge Mischen Logistik
Sackware bis etwa 30 m² selbst, chargenweise Palette oder Kofferraum, tragen
Silo mit Trockenmörtel ab etwa 30 m² Mischpumpe am Silo Stellplatz für Silo und Lkw nötig
Fahrmischer (Fließestrich) ganze Geschosse fertig gemischt ab Werk Zufahrt für Lkw, Pumpe fördert ins Haus

Der Sack ist je Kilogramm die teuerste Form, weil Verpackung, Palette und Handel dazukommen. Eine neutrale Preisstatistik dafür gibt es in den geprüften Quellen nicht; vergleiche den Sackpreis je Tonne mit dem Angebot des Estrichbetriebs für dieselbe Fläche.

Typische Fehler mit Sackware

Unterschiedliche Wassermengen von Charge zu Charge ergeben unterschiedliche Festigkeiten und Farben. Zu dünn eingebaut reißt der Estrich auf der Dämmung. Ohne Randdämmstreifen entstehen Schallbrücken und Zwängungsrisse. Zu schnelles Trocknen durch Heizlüfter oder offene Fenster unterbricht die Hydratation; Wikipedia beschreibt das als Ursache für Schäden, wenn der Estrich später wieder Feuchte bekommt. Und wer die Restfeuchte nicht misst, verlegt zu früh.

Häufige Fragen

Wie viele Säcke Estrich brauche ich pro m²?

Bei 45 mm Dicke rund 90 kg, also gut zwei 40-kg-Säcke oder knapp vier 25-kg-Säcke je Quadratmeter.

Wie viel Wasser kommt in einen 40-kg-Sack?

Etwa 3,6 Liter, laut Datenblatt 0,09 Liter je Kilogramm. Die Angabe auf deinem Sack geht vor.

Ist Sackestrich schlechter als Estrich aus dem Silo?

Nein, die Klasse nach DIN EN 13813 ist vergleichbar. Der Unterschied liegt in Menge, Preis je Tonne und Gleichmäßigkeit beim Mischen.

Wie lange ist Sackestrich verarbeitbar?

Die Datenblätter nennen etwa 60 Minuten nach dem Anmischen.

Wann kann ich den Estrich betreten?

Nach etwa drei Tagen. Belegreif ist er erst nach der CM-Messung, bei Zementestrich unter 2,0 CM-%.

Kann ich Fließestrich in Säcken kaufen?

Ja, Calciumsulfat- und Zement-Fließestriche gibt es als Sackware. Sie werden mit mehr Wasser angerührt und verlaufen selbst.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Jonas, Redaktion hausbauoase.de — er schreibt hier über Bauen, Dämmen und die Zahlen dahinter.


Die mobile Version verlassen