Kurzantwort: Unter der Bodenplatte liegt die Dämmung im Erdreich und trägt das ganze Haus. Zulässig sind deshalb nur Dämmstoffe mit einer allgemeinen Bauartgenehmigung als lastabtragende Wärmedämmung, vor allem XPS und Schaumglas. XPS Styrodur 3000 CS trägt 300 kPa bei λ 0,034 W/(m·K), Schaumglas Foamglas F 1.600 kPa bei λ 0,052. Für den Referenzwert 0,35 W/(m²·K) aus Anlage 1 des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG, bis Juli 2026 GEG) brauchst du rund 10 cm XPS oder 15 cm Schaumglas F.
Eine Dämmung unter der Bodenplatte hat es schwerer als jede andere Dämmung im Haus. Auf ihr steht das Gebäude. Sie liegt dauerhaft im feuchten Boden, und niemand kommt später noch einmal an sie heran.
Deshalb gelten hier andere Regeln als für die Dämmung auf der Platte. Baunetzwissen fasst die Anforderungen so zusammen: Das Material muss hoch druckfest und unverrottbar sein und darf nur wenig Wasser aufnehmen. In der Praxis bleiben XPS und Schaumglas, für Sonderfälle auch EPS-Perimeterplatten.
Warum nur zugelassene Dämmstoffe unter die Platte dürfen
DIN 4108-10 kennzeichnet die Dämmung unter der Bodenplatte mit PB. Der Industrieverband Hartschaum (IVH) beschreibt PB als „außenliegende Wärmedämmung unter der Bodenplatte gegen Erdreich (außerhalb der Abdichtung) ohne Lastabtragung“, zum Beispiel zwischen Streifenfundamenten. PW steht für die Wand gegen Erdreich mit Einbautiefe bis 3 m.
Soll die Dämmung die Last der Platte tragen, reicht die Norm nicht. Dafür braucht das Produkt eine allgemeine Bauartgenehmigung (aBG) des Deutschen Instituts für Bautechnik. Styrodur 3000 CS führt dafür die Nummer Z-23.34-2084, Styrodur 5000 CS die Z-23.34-1325, beide „für die Anwendung als lastabtragende Wärmedämmung“. Die Genehmigung legt auch fest, mit welcher Druckspannung der Statiker rechnen darf.
Dieser Bemessungswert liegt deutlich unter der Kurzzeit-Druckfestigkeit. Styrodur 3000 CS hält bei 10 Prozent Stauchung 300 kPa aus, unter der Gründungsplatte darf der Statiker aber nur 185 kPa ansetzen (60 bis 120 mm, einlagig). Bei Styrodur 5000 CS sind es 700 kPa und 355 kPa. Zur Einordnung: 100 kPa entsprechen 10 Tonnen je Quadratmeter.
Die Dämmstoffe im Vergleich
Die Tabelle zeigt Werte aus den Herstellerdatenblättern. λ ist der deutsche Bemessungswert, die Druckfestigkeit gilt nach DIN EN 826.
| Produkt | Material | λ in W/(m·K) | Druckfestigkeit | Euroklasse | Typ |
|---|---|---|---|---|---|
| Styrodur 3000 CS | XPS | 0,034 | 300 kPa | E | PB dh, PW dh |
| Styrodur 5000 CS | XPS | 0,036 | 700 kPa | E | PB dx, PW dx |
| Foamglas T4+ | Schaumglas | 0,042 | 600 kPa | A1 | PB/ds, PW/ds |
| Foamglas F | Schaumglas | 0,052 | 1.600 kPa | A1 | PB/dx, PW/dx |
| Bachl EPS Perimeter | EPS | 0,039 gegen Erdreich | 150 kPa | E | PW/PB dh |
XPS dämmt am besten, Schaumglas trägt am meisten. Foamglas F hält mehr als das Fünffache von Styrodur 3000 CS aus, braucht aber für denselben U-Wert die anderthalbfache Dicke. Schaumglas ist als einziger Stoff nicht brennbar (Euroklasse A1) und mit μ = ∞ dampfdicht.
Beim EPS zeigt das Datenblatt eine Besonderheit. Gegen Außenluft am Sockel gilt λ 0,035, gegen Erdreich 0,039. Der Zuschlag steht für die Feuchte, die der Stoff im Boden aufnimmt. Die Bauartgenehmigung der Bachl-Platte begrenzt die Einbautiefe auf 3 m. Als lastabtragende Dämmung unter der Platte ist EPS nach IVH nicht vorgesehen, nur zwischen Streifenfundamenten.
Dicke berechnen: d = λ / U
Für den Neubau rechnet das Referenzgebäude in Anlage 1 GModG bei „Außenwand gegen Erdreich, Bodenplatte, Wände und Decken zu unbeheizten Räumen“ mit U = 0,35 W/(m²·K). Das ist ein Referenzwert für die Bilanz, kein Pflichtwert für das Bauteil. Wird im Bestand die Bodenplatte ersetzt, gilt Anlage 7 Zeile 6a mit 0,30.
Die Faustformel lautet d = λ / U. Sie lässt Beton und Übergangswiderstände weg und liegt deshalb auf der sicheren Seite. Aufgerundet auf volle Zentimeter ergibt das:
- Styrodur 3000 CS: 0,034 / 0,35 = 0,097 m, also 10 cm; für 0,30 sind es 12 cm.
- Styrodur 5000 CS: 0,036 / 0,35 = 0,103 m, also 11 cm; für 0,30 sind es 12 cm.
- Foamglas T4+: 0,042 / 0,35 = 0,12 m, also 12 cm; für 0,30 sind es 14 cm.
- Foamglas F: 0,052 / 0,35 = 0,149 m, also 15 cm; für 0,30 sind es 18 cm.
Achte auf die Lieferdicken. Styrodur 3000 CS gibt es bis 140 mm, 5000 CS bis 120 mm. Darüber wird mehrlagig verlegt, und bei 5000 CS sinkt der Bemessungswert dann von 355 auf 300 kPa. Baunetzwissen rät ohnehin zur einlagigen Verlegung, weil sich zwischen zwei Lagen Wasser sammeln kann.
Sauberkeitsschicht, Folie und Betonieren
Die Platten brauchen einen tragfähigen, ebenen Untergrund. Baunetzwissen nennt dafür die Sauberkeitsschicht, das Planum oder eine Lage Magerbeton. Auf die Dämmung kommt eine PE-Trennfolie. Sie verhindert, dass beim Betonieren Zementmilch in die Fugen läuft und die Platten verklebt.
Die Bodenplatte wird direkt auf die Folie betoniert. Die Abdichtung liegt oberhalb der Dämmung, deshalb heißt der Anwendungstyp „außerhalb der Abdichtung“. Der Dämmstoff selbst muss mit dem Wasser im Boden zurechtkommen.
Grundwasser und drückendes Wasser
Ob die Dämmung ins Grundwasser darf, entscheidet die Bauartgenehmigung. Das Styrodur-Datenblatt nennt „Grundwasser“ ausdrücklich als Anwendung. Die Wasseraufnahme bei langzeitigem Untertauchen liegt bei 0,7 Volumenprozent, nach Frost-Tau-Wechsel bei 1 Prozent.
Für EPS-Perimeterplatten gilt nach IVH der Lastfall „Bodenfeuchte, nichtstauendes Sickerwasser“. Bei drückendem Wasser scheiden sie aus. Schaumglas nimmt wegen der geschlossenen Zellen kein Wasser auf, das Datenblatt gibt μ = ∞ an.
Auch die Fußbodenheizung reagiert auf Grundwasser. Die BVF-Richtlinie 1 fordert nach DIN EN 1264-4 direkt auf dem Erdreich einen Wärmeleitwiderstand von 1,25 m²·K/W und empfiehlt einen höheren Wert, wenn der Grundwasserspiegel weniger als 5 m unter dem tragenden Untergrund liegt.
Unter oder auf der Platte: der Vergleich
Liegt die Dämmung unter der Platte, sitzt die Betonplatte innerhalb der gedämmten Hülle, und im Haus geht keine Aufbauhöhe verloren. Baunetzwissen empfiehlt, die Fundamente beidseitig senkrecht zu dämmen, damit die Dämmung unter der Platte lückenlos an die Perimeterdämmung der Frostschürze anschließt.
Liegt die Dämmung auf der Platte, muss das Mauerwerk außen bis zur Fundamentunterkante mit Perimeterdämmung ergänzt werden oder die unterste Steinreihe als Dämmelement dienen. Dafür reicht dort ein Dämmstoff ohne Zulassung, etwa EPS DEO für 150 kPa.
Häufige Fragen
Darf ich normales Styropor unter die Bodenplatte legen?
Nein. Unter einer tragenden Platte braucht der Dämmstoff eine allgemeine Bauartgenehmigung als lastabtragende Wärmedämmung. EPS-Perimeterplatten sind nach IVH nur ohne Lastabtragung vorgesehen.
Wie viel Druck hält XPS aus?
Styrodur 3000 CS 300 kPa, Styrodur 5000 CS 700 kPa bei 10 Prozent Stauchung. Für die Statik zählt der Bemessungswert aus der Bauartgenehmigung: 185 und 355 kPa.
Wie dick muss die Dämmung sein?
Für den Referenzwert 0,35 W/(m²·K) rund 10 cm XPS oder 12 cm Foamglas T4+. Rechenweg: d = λ / U, also 0,034 / 0,35 = 0,097 m.
Geht die Dämmung auch bei Grundwasser?
Mit XPS ja, das Datenblatt nennt Grundwasser als Anwendung und 0,7 Volumenprozent Wasseraufnahme. EPS-Perimeter ist nur für Bodenfeuchte und nichtstauendes Sickerwasser zugelassen.
Brauche ich eine Sauberkeitsschicht?
Ja. Baunetzwissen nennt Sauberkeitsschicht, Planum oder Magerbeton als Untergrund, darauf die Dämmung, darauf eine PE-Folie.
Was ist mit der Frostschürze?
Die Dämmung unter der Platte muss am Rand an die senkrechte Perimeterdämmung der Fundamente anschließen. Sonst bleibt am Übergang eine Wärmebrücke, obwohl die Fläche gedämmt ist.
Quellen
- Technische Daten Styrodur 3000 CS (Stand August 2025)
- FOAMGLAS Technische Daten: Platten T3+, T4+, S3 und F
- Industrieverband Hartschaum: Technische Information Anwendungsgebiete nach DIN 4108-10 (Stand Februar 2025)
- Baunetzwissen: Unter- und oberseitig gedämmte Bodenplatten
Geschrieben von Jonas, Redaktion hausbauoase.de — er schreibt hier über Bauen, Dämmen und die Zahlen dahinter.

