Kurzantwort: Der Lambda-Wert λ sagt, wie viel Wärme ein Dämmstoff durchlässt, in W/(m·K). Je kleiner, desto besser. Übliche Bemessungswerte: PUR/PIR 0,023 bis 0,028, EPS und Mineralwolle 0,032 bis 0,040, Holzfaser 0,038 bis 0,050, Zellulose 0,040, Schaumglas 0,037 bis 0,052, Perlite 0,045 bis 0,060, Kalziumsilikat 0,062 bis 0,078, Aerogel 0,015 im Nennwert. Die nötige Dicke rechnest du mit d = λ × R.
Auf jeder Dämmplatte steht eine Zahl wie 032 oder 040. Das ist der Lambda-Wert, gerundet und ohne Komma. Er entscheidet, wie dick die Dämmung werden muss, damit ein Bauteil den vorgeschriebenen U-Wert erreicht.
Hier stehen die Werte der zehn gängigsten Dämmstoffe in einer Tabelle, der Unterschied zwischen Nennwert und Bemessungswert, zwischen WLG und WLS, und die Rechnung von λ und U-Wert zur Dicke in Zentimetern. Die Kellerdecke dient als Beispiel.
Was der Lambda-Wert aussagt
Die Wärmeleitfähigkeit λ beschreibt, wie viel Wärme in Watt durch einen Meter Material fließt, wenn sich die Temperatur auf beiden Seiten um ein Kelvin unterscheidet. Die Einheit ist W/(m·K). Ruhende Luft liegt bei 0,026, Beton bei 2,1, Ziegelmauerwerk zwischen 0,5 und 1,4. Ein Dämmstoff schafft 0,02 bis 0,05, weil er vor allem Luft in winzigen Poren oder zwischen Fasern einschließt.
Niedriger ist besser. Und die Dicke zählt genauso wie der Wert: 10 cm mit λ 0,040 dämmen exakt so gut wie 8 cm mit λ 0,032.
Dämmung Lambda-Wert Tabelle: Bemessungswerte gängiger Dämmstoffe
Die Werte sind Bemessungswerte für Deutschland. Sie stammen aus Hersteller-Datenblättern (Bachl, Jackon, puren, Steico, Foamglas, Calsitherm, Superglass, Rockwool, Stand 2019 bis 2026) und aus der Dämmstofftabelle der Wikipedia. Spannen entstehen, weil ein Dämmstoff in mehreren Rohdichten und Rezepturen verkauft wird. Welcher Wert gilt, steht immer im Datenblatt des konkreten Produkts.
| Dämmstoff | Bemessungswert λ in W/(m·K) | Übliche WLS | Dicke für R = 3,0 m²·K/W |
|---|---|---|---|
| EPS (Styropor, weiß und grau) | 0,032 bis 0,040 | 032, 035, 040 | 9,6 bis 12 cm |
| XPS (extrudiertes Polystyrol) | 0,028 bis 0,040 | meist 036 | 8,4 bis 12 cm |
| PUR/PIR (Polyurethan) | 0,023 bis 0,028 | 023 bis 028 | 6,9 bis 8,4 cm |
| Mineralwolle (Glas- und Steinwolle) | 0,032 bis 0,040 | 032, 035, 040 | 9,6 bis 12 cm |
| Holzfaser | 0,038 bis 0,050 | 038 bis 050 | 11,4 bis 15 cm |
| Zellulose (Einblasdämmung) | 0,040 | 040 | 12 cm |
| Schaumglas | 0,037 bis 0,052 | 037 bis 052 | 11,1 bis 15,6 cm |
| Aerogel-Matte | 0,015 (Nennwert) | 015 | 4,5 cm |
| Kalziumsilikat | 0,062 bis 0,078 | 062 bis 078 | 18,6 bis 23,4 cm |
| Perlite (Schüttung) | 0,045 bis 0,060 | 045 bis 060 | 13,5 bis 18 cm |
Beim Aerogel steht der Nennwert aus dem Datenblatt einer Dämmmatte; einen für Deutschland gültigen Bemessungswert vergibt erst die Zulassung des jeweiligen Produkts, und der liegt darüber. Beim XPS gibt es neben der Standardware mit 0,036 auch Platten mit 0,028. Kalziumsilikat und Perlite dämmen schwächer, werden aber wegen anderer Eigenschaften gewählt: Kalziumsilikat nimmt Feuchte auf und passt zur Innendämmung, Perlite füllt Hohlräume und brennt nicht.
Nennwert, Bemessungswert, WLG und WLS
Auf dem CE-Etikett steht der Nennwert λD aus den europäischen Produktnormen DIN EN 13162 bis 13171, ein statistischer Wert, den der Hersteller selbst ermittelt. Gerechnet wird in Deutschland mit dem Bemessungswert nach DIN 4108-4. Er liegt über dem Nennwert, weil ein Sicherheitszuschlag für Feuchte und Alterung dazukommt. Laut Wikipedia beträgt der Faktor 1,03 bis 1,23. Bei fremdüberwachten Produkten ist es meist ein Tausendstel: Aus λD 0,031 wird λ 0,032, aus 0,039 wird 0,040. So steht es in den Datenblättern von EPS- und Glaswolleplatten.
WLG heißt Wärmeleitfähigkeitsgruppe. Sie stammt aus der alten DIN 4108-4 und läuft in Schritten von 0,005. WLS heißt Wärmeleitstufe und läuft in Schritten von 0,001. Ein Bemessungswert von 0,032 ist also WLS 032, aber WLG 035, weil aufgerundet wird. Heute steht auf fast allen Produkten die WLS. Beim Vergleich zweier Angebote müssen beide dieselbe Einteilung nutzen.
Vom Lambda-Wert zur Dämmdicke
Zwei Formeln reichen. Der Wärmedurchlasswiderstand einer Schicht ist R = d / λ, mit d in Metern. Der U-Wert des ganzen Bauteils ist U = 1 / (Rsi + R der Schichten + Rse). Rsi und Rse sind die Wärmeübergangswiderstände nach DIN EN ISO 6946: an einer Wand innen 0,13 und außen 0,04, bei Wärmestrom nach unten innen 0,17. Zwischen beheizten und unbeheizten Räumen gilt auf beiden Seiten der Innenwert.
Der Rechenweg in vier Schritten:
- Ziel-U-Wert nachschlagen. Anlage 7 des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG, bis Juli 2026 GEG) verlangt bei Sanierungen: Außenwand 0,24, oberste Geschossdecke 0,24, Kellerdecke 0,30, neuer Fußbodenaufbau 0,50 W/(m²·K).
- Gesamtwiderstand bilden: R = 1 / U.
- Übergangswiderstände und vorhandene Schichten abziehen.
- Dicke rechnen: d = λ × R der Dämmung, dann auf die nächste lieferbare Dicke aufrunden.
Beispiel Außenwand: 1 / 0,24 = 4,17 m²·K/W. Minus 0,17 für die Übergänge bleiben 4,0. Eine 24 cm dicke Ziegelwand bringt je nach Stein 0,2 bis 0,5 mit, rechnen wir mit 0,3. Die Dämmung muss 3,7 m²·K/W liefern. Mit EPS 032 sind das 3,7 × 0,032 = 0,118 m, also 12 cm. Mit Mineralwolle 035 werden es 13 cm, mit Holzfaser 040 rund 15 cm.
Anwendungsbeispiel Kellerdecke: Material und Dicke
Die Kellerdecke wird von unten gedämmt, die Platten werden geklebt oder gedübelt. Anlage 7 GModG verlangt hier höchstens 0,30 W/(m²·K). Die Rechnung: 1 / 0,30 = 3,33. Der Wärmestrom geht nach unten, auf beiden Seiten gilt 0,17, zusammen 0,34. Eine 20 cm dicke Betondecke mit λ 2,1 bringt 0,10. Die Dämmung muss 2,89 m²·K/W schaffen.
Das ergibt bei EPS 035 oder Mineralwolle 035 rechnerisch 10,1 cm; mit 10 cm landest du knapp über 0,30, mit 12 cm sicher darunter. PUR/PIR 023 braucht 6,6 cm, also die 8-cm-Platte. Holzfaser 040 braucht 11,6 cm, also 12 cm. Das passt zu den 8 bis 12 cm, die in der Praxis verbaut werden.
Beim Material entscheidet meist die Raumhöhe: PUR/PIR ist die dünnste Lösung, EPS die günstigste, Mineralwolle die nicht brennbare (Baustoffklasse A1) für den Heizungskeller, Holzfaser die Wahl bei ökologischem Anspruch. Verlegung, Kosten und die Wärmebrücke am Wandanschluss stehen im Artikel zur Kellerdeckendämmung.
Häufige Fragen
Was bedeutet WLG 035?
Wärmeleitfähigkeitsgruppe 035, ein Bemessungswert von höchstens 0,035 W/(m·K) in der alten Einteilung mit 0,005-Schritten. Die genauere Angabe ist die WLS.
Welche Dämmung hat den besten Lambda-Wert?
Vakuumdämmplatten mit 0,004 bis 0,008 und Aerogel mit 0,015, beides teure Nischenprodukte. Unter den normalen Dämmstoffen führt PUR/PIR mit 0,023.
Ist 032 oder 035 besser?
032. Bei gleicher Dämmwirkung darf die Platte 9 Prozent dünner sein (0,032 / 0,035 = 0,91). Der Aufpreis lohnt sich dort, wo der Platz knapp ist.
Wie rechne ich vom Lambda-Wert zum U-Wert?
R = Dicke in Metern geteilt durch λ, dann U = 1 / (R + Übergangswiderstände). 10 cm mit 0,035 ergeben R = 2,86; mit 0,17 für die Übergänge wird daraus U = 0,33 W/(m²·K), ohne die übrigen Schichten des Bauteils.
Welches Material für die Dämmung der Kellerdecke?
EPS- oder Mineralwolleplatten mit λ 0,035 in 10 bis 12 cm sind der Standard. Bei knapper Kellerhöhe PUR/PIR mit 0,023 in 8 cm.
Wo finde ich den Bemessungswert?
Im Datenblatt oder in der Leistungserklärung des Produkts, meist als „Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit nach DIN 4108-4″. Auf dem Etikett steht oft nur der Nennwert λD.
Quellen
- Wikipedia: Dämmstoff, Tabelle „Dämmstoffe im Vergleich“
- Wikipedia: Wärmeleitfähigkeitsgruppe und Wärmeleitstufe
- WECOBIS (Bayerische Architektenkammer): Bemessungswert Wärmeleitfähigkeit Dämmstoffe
- GModG Anlage 7: Höchstwerte der Wärmedurchgangskoeffizienten bei Änderung an bestehenden Gebäuden
Geschrieben von Jonas, Redaktion hausbauoase.de — er schreibt hier über Bauen, Dämmen und die Zahlen dahinter.

