Kurzantwort: Bei Sanierungen gelten nach Anlage 7 des GModG (bis Juli 2026 GEG) für Wohngebäude diese Höchstwerte: Außenwand 0,24, Steildach und oberste Geschossdecke 0,24, Flachdach 0,20, Kellerdecke und Wände gegen Erdreich 0,30, neuer Fußbodenaufbau 0,50, Fenster 1,3, Dachflächenfenster 1,4, Außentüren 1,8 W/(m²·K). Das Referenzgebäude für Neubauten rechnet mit 0,28 (Außenwand), 0,20 (Dach), 0,35 (Bodenplatte) und 1,3 (Fenster).
Die Tabellen unten geben die Werte so wieder, wie sie am 11. September 2026 auf gesetze-im-internet.de stehen. Das Gesetz heißt seit dem 29. Juli 2026 Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG). Die Anlagen 1, 7 und 8 mit den Zahlen sind unverändert aus dem GEG übernommen.
Ein U-Wert beschreibt, wie viel Wärme pro Quadratmeter Bauteil und Kelvin Temperaturunterschied nach außen fließt. Je kleiner die Zahl, desto besser dämmt das Bauteil. Die Werte gelten immer für das fertige Bauteil aus alten und neuen Schichten zusammen.
Tabelle 1: U-Werte bei Sanierung (Anlage 7 GModG)
Diese Werte greifen, wenn du ein Außenbauteil erneuerst, ersetzt oder erstmals einbaust (§ 36 GModG). Spalte 2 gilt für Wohngebäude und alle Räume mit Solltemperatur ab 19 °C.
| Bauteil | Wohngebäude | Auslöser laut Anlage 7 |
|---|---|---|
| Außenwände | 0,24 | Ersatz, Neueinbau, Außendämmung, Verschalung, neuer Außenputz |
| Fenster, Fenstertüren | Uw 1,3 | Ersatz oder Neueinbau des ganzen Fensters |
| Dachflächenfenster | Uw 1,4 | Ersatz oder Neueinbau |
| Nur Verglasung getauscht | Ug 1,1 | Ersatz der Scheibe oder des Flügels |
| Fenstertüren mit Hebe-, Schiebe- oder Faltmechanismus | Uw 1,6 | Ersatz oder Neueinbau |
| Außentüren | 1,8 | Einbau neuer Türen |
| Steildach, oberste Geschossdecke, Abseitenwände | 0,24 | Ersatz, neue Dachdeckung samt Lattung, Dämmung auf der kalten Seite |
| Flachdach mit Abdichtung | 0,20 | Ersatz der Abdichtung |
| Wände gegen Erdreich oder unbeheizte Räume, Kellerdecke | 0,30 | Ersatz, Außenbekleidung, Drainage, Deckenbekleidung auf der Kaltseite |
| Fußbodenaufbau über Keller, Erdreich oder Außenluft | 0,50 | Neuaufbau auf der beheizten Seite |
| Decke nach unten gegen Außenluft | 0,24 | Ersatz, Neueinbau, Bekleidung auf der Kaltseite |
Alle Werte in W/(m²·K). Für Zonen von Nichtwohngebäuden mit 12 bis unter 19 °C gelten mildere Werte, meist 0,35 bei opaken Bauteilen und 1,9 bei Fenstern.
Tabelle 2: Referenzgebäude im Neubau (Anlage 1 GModG)
Im Neubau schreibt das Gesetz keine festen U-Werte vor. Es vergleicht dein Haus mit einem Referenzgebäude gleicher Geometrie. Dessen Bauteile haben diese Werte:
| Bauteil | U-Wert Referenz |
|---|---|
| Außenwand (samt Einbauten wie Rollladenkästen), Geschossdecke gegen Außenluft | 0,28 |
| Außenwand gegen Erdreich, Bodenplatte, Wände und Decken zu unbeheizten Räumen | 0,35 |
| Dach, oberste Geschossdecke, Wände zu Abseiten | 0,20 |
| Fenster, Fenstertüren | Uw 1,3 |
| Dachflächenfenster, Glasdächer, Lichtbänder | Uw 1,4 |
| Lichtkuppeln | Uw 2,7 |
| Außentüren, Türen zu unbeheizten Räumen | 1,8 |
| Wärmebrückenzuschlag | 0,05 |
Dein Neubau darf beim Primärenergiebedarf höchstens 55 Prozent des Referenzgebäudes erreichen (§ 15) und beim Transmissionswärmeverlust das 1,0-fache (§ 16). Dämmst du die Wand mit 0,20 statt 0,28, darfst du beim Dach etwas großzügiger sein und umgekehrt.
Tabelle 3: Rohrdämmung (Anlage 8 GModG)
| Innendurchmesser der Leitung | Mindestdicke der Dämmung (bei 0,035 W/(m·K)) |
|---|---|
| bis 22 mm | 20 mm |
| über 22 bis 35 mm | 30 mm |
| über 35 bis 100 mm | gleich dem Innendurchmesser |
| über 100 mm | 100 mm |
| in Durchbrüchen, Kreuzungen, an Verteilern | die Hälfte der jeweiligen Werte |
| im Fußbodenaufbau zwischen Wohnungen | 6 mm |
| an Außenluft grenzend | das Doppelte der jeweiligen Werte |
Tabelle 4: Welche Dämmdicke zu welchem U-Wert passt
Die folgende Tabelle ist eine Überschlagsrechnung nach der Formel Dicke = Wärmeleitfähigkeit geteilt durch U-Wert. Sie rechnet nur die Dämmschicht und lässt die vorhandene Wand, Decke und die Wärmeübergänge weg. Die Praxis kommt deshalb meist mit ein bis zwei Zentimetern weniger aus.
| Ziel-U-Wert | WLS 032 | WLS 035 | WLS 040 |
|---|---|---|---|
| 0,50 (Fußbodenaufbau) | 6,4 cm | 7,0 cm | 8,0 cm |
| 0,30 (Kellerdecke, Erdreich) | 10,7 cm | 11,7 cm | 13,3 cm |
| 0,24 (Wand, Dach, Geschossdecke) | 13,3 cm | 14,6 cm | 16,7 cm |
| 0,20 (Flachdach) | 16,0 cm | 17,5 cm | 20,0 cm |
Was die Fußnoten der Anlage 7 erlauben
Ist die Dämmdicke technisch begrenzt, etwa durch Sparrenhöhe oder Deckenzwischenraum, gilt die Anforderung als erfüllt, wenn du die höchstmögliche Dicke mit Dämmstoff der Wärmeleitfähigkeit 0,035 W/(m·K) einbaust. Für Einblasdämmung und nachwachsende Rohstoffe reichen 0,045 W/(m·K). Bei Verglasungen, deren Rahmen keine dickere Scheibe aufnimmt, reicht ein Ug von 1,3. Bei Kasten- und Verbundfenstern genügt eine Scheibe mit infrarot-reflektierender Beschichtung.
Und die 10-Prozent-Grenze: Betrifft die Maßnahme höchstens 10 Prozent der Fläche der jeweiligen Bauteilgruppe des Gebäudes, gelten die Tabellenwerte nicht.
So nutzt du die Tabellen in der Praxis
Beispiel Fenstertausch: Du ersetzt alle acht Fenster eines Hauses von 1985. Damit liegst du über der 10-Prozent-Grenze, und jedes neue Fenster braucht einen Uw von höchstens 1,3 W/(m²·K). Beispiel Kellerdecke: Du klebst Dämmplatten von unten an die Betondecke. Dann zählt Zeile 6 mit 0,30, überschlägig 11 bis 12 cm der Wärmeleitstufe 035. Beispiel Dachboden: Du legst Dämmung auf die oberste Geschossdecke. Hier gilt 0,24, und dieselbe Zahl steht auch in der Nachrüstpflicht des § 35.
Für die Neubauplanung gilt Tabelle 2 als Orientierung. Wer alle Bauteile genau auf den Referenzwerten baut, erfüllt § 16 automatisch. Zusätzlich verlangt § 11 den Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2 für jedes einzelne Bauteil, damit keine Stelle so kalt wird, dass Tauwasser ausfällt.
Häufige Fragen
Gelten die Tabellenwerte auch für mein Altbau ohne Sanierung?
Nein. Sie greifen erst, wenn du ein Bauteil erneuerst. Ohne Maßnahme gilt nur die Nachrüstpflicht für die oberste Geschossdecke mit 0,24 W/(m²·K).
Warum steht für den Neubau kein fester U-Wert?
Weil das Gesetz das ganze Haus bilanziert. Die Werte des Referenzgebäudes sind der Maßstab, kein Einzelgebot.
Hat sich die Tabelle mit dem GModG 2026 geändert?
Nein. Anlage 7 trägt weiter die Fundstelle BGBl. I 2020, Seite 1783 bis 1786. Die Zahlen sind identisch mit dem GEG 2020.
Wie viel Dämmung brauche ich für die Kellerdecke?
Für 0,30 W/(m²·K) rund 11 bis 12 cm bei WLS 035, überschlägig ohne Anrechnung der Betondecke.
Zählt der alte Wandaufbau mit?
Ja. Der U-Wert wird für das Bauteil aus alten und neuen Schichten berechnet (§ 37 GModG).
Gilt die Tabelle auch für Rollladenkästen?
Anlage 7 führt sie nicht eigens auf. Im Referenzgebäude der Anlage 1 zählen Rollladenkästen zur Außenwand mit 0,28 W/(m²·K).
Quellen
- Anlage 7 GModG (zu § 36) auf gesetze-im-internet.de
- Anlage 1 GModG Technische Ausführung des Referenzgebäudes
- Anlage 8 GModG Wärmedämmung von Rohrleitungen und Armaturen
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Geschrieben von Jonas, Redaktion hausbauoase.de — er schreibt hier über Bauen, Dämmen und die Zahlen dahinter.

