Kurz gesagt: Die Umwälzpumpe transportiert das warme Wasser vom Kessel zu den Heizkörpern. Alte, ungeregelte Pumpen laufen dauerhaft auf voller Leistung und verbrauchen bis zu 500 Kilowattstunden im Jahr. Eine moderne Hocheffizienzpumpe kommt mit einem Bruchteil aus – der Tausch amortisiert sich meist in wenigen Jahren.
Sie ist unscheinbar, läuft aber mehr Stunden im Jahr als fast jedes andere Gerät im Haus.
Was sie tut
Ohne Pumpe würde das Wasser nur langsam durch Schwerkraft zirkulieren. Die Umwälzpumpe sorgt dafür, dass jeder Heizkörper – auch der im obersten Stockwerk – ausreichend versorgt wird.
Sie sitzt meist direkt an oder im Heizkessel und läuft während der gesamten Heizperiode.
Warum alte Pumpen so viel verbrauchen
Ungeregelte Pumpen kennen nur eine Leistung: volle. Sie fördern auch dann die maximale Menge, wenn alle Thermostate geschlossen sind.
Typische Aufnahmeleistungen liegen bei 60 bis 100 Watt. Über eine Heizperiode summiert sich das auf mehrere hundert Kilowattstunden.
Hocheffizienzpumpen passen ihre Leistung dem tatsächlichen Bedarf an und liegen im Betrieb oft bei 5 bis 20 Watt.
Wann sich der Tausch lohnt
Fast immer, wenn die Pumpe älter als etwa 15 Jahre ist. Die Ersparnis liegt je nach Ausgangsgerät bei mehreren hundert Kilowattstunden im Jahr.
Der Austausch ist eine Arbeit von ein bis zwei Stunden für einen Fachbetrieb. Für die Kosten gibt es je nach Programm Förderungen – der aktuelle Stand steht beim BAFA.
Sinnvoll ist der Tausch zusammen mit einem hydraulischen Abgleich: Erst dann arbeitet die neue Pumpe im richtigen Bereich.
Der hydraulische Abgleich
Ohne Abgleich fließt das Wasser dorthin, wo der Widerstand am geringsten ist – zu den Heizkörpern nahe am Kessel. Entfernte Räume bleiben kühl, und man dreht die Pumpe höher, um das auszugleichen.
Beim Abgleich wird jeder Heizkörper auf die passende Wassermenge eingestellt. Das senkt den Verbrauch und macht die Wärmeverteilung gleichmäßig.
Typische Störungen
Pumpe brummt, aber nichts passiert. Oft ist das Laufrad festgesetzt – nach längerem Stillstand im Sommer.
Gluckern in den Leitungen. Luft im System, entlüften hilft.
Heizkörper bleiben kalt. Kann an der Pumpe liegen, aber auch am Ventil oder am fehlenden Abgleich.
Wie eine Hocheffizienzpumpe regelt
Alte Pumpen laufen ungeregelt auf einer festen Stufe, unabhängig davon, wie viel Wasser die Anlage gerade braucht. Hocheffizienzpumpen messen dagegen den Druck und passen die Drehzahl laufend an. Sinkt der Bedarf, weil Thermostatventile schließen, drosselt die Pumpe.
Üblich sind zwei Regelarten: Bei konstantem Differenzdruck hält die Pumpe den Druck unabhängig vom Durchfluss, bei variablem Differenzdruck senkt sie ihn bei geringerem Durchfluss ab. Für Anlagen mit Thermostatventilen und langen Strängen ist die variable Kennlinie meist die sparsamere. Für Fußbodenheizungen wird häufig die konstante gewählt.
Der Unterschied im Verbrauch ist erheblich: Ungeregelte Pumpen ziehen dauerhaft mehrere Dutzend Watt, moderne Pumpen im Teillastbetrieb oft weniger als zehn. Über ein Heizjahr summiert sich das auf mehrere hundert Kilowattstunden. Genau daraus entsteht die Einsparung.
Die Pumpe richtig einstellen
Viele neue Pumpen laufen ab Werk auf einer zu hohen Kennlinie, weil die Voreinstellung für den ungünstigsten Fall gewählt ist. Der Verbrauch bleibt dann höher als nötig, und in den Rohren können Fließgeräusche entstehen. Eine Anpassung nach dem Einbau gehört deshalb dazu.
Als Vorgehen hat sich bewährt, die Förderhöhe schrittweise zu senken, bis der am weitesten entfernte Heizkörper an einem kalten Tag gerade noch ausreichend warm wird. Zwischen den Schritten sollte jeweils ein Tag liegen, weil die Anlage träge reagiert. Notiert wird jede Änderung.
Ein Nachtabsenkungsbetrieb der Pumpe ist bei modernen Geräten meist überflüssig, weil sie ohnehin bedarfsgeführt arbeiten. Wichtiger ist, dass die Pumpe außerhalb der Heizzeit nicht dauerhaft läuft. Viele Steuerungen erledigen das automatisch.
Förderhöhe und Auslegung
Die Förderhöhe wird in Metern angegeben und beschreibt, welchen Druck die Pumpe aufbauen kann. Für ein normales Einfamilienhaus reichen meist vier bis sechs Meter, für einzelne Wohnungen oft weniger. Größere Werte bringen keinen Vorteil, sondern nur Verbrauch und Geräusche.
Die zweite Größe ist der Volumenstrom, also die Wassermenge pro Stunde. Er ergibt sich aus der Heizlast und der Temperaturspreizung zwischen Vor- und Rücklauf. Eine große Spreizung senkt den nötigen Volumenstrom und damit den Pumpenstrom.
In der Praxis sind viele Pumpen deutlich überdimensioniert, weil sie nach Faustformeln statt nach Berechnung gewählt wurden. Beim Austausch lohnt es deshalb, die Auslegung neu bestimmen zu lassen. Der Aufwand ist gering, die Wirkung dauerhaft.
Einbaulage und Entlüftung
Nassläuferpumpen werden mit waagerechter Motorwelle eingebaut, sonst sammelt sich Luft im Lager und die Pumpe läuft trocken. Diese Einbaulage ist im Datenblatt vorgeschrieben und der häufigste Montagefehler. Ein falsch eingebautes Gerät fällt oft erst nach Monaten aus.
Nach jedem Eingriff muss die Anlage entlüftet werden, an den Heizkörpern und am Pumpenkopf. Luft im System führt zu Geräuschen, schlechter Wärmeverteilung und erhöhtem Verschleiß. Viele Pumpen haben dafür eine eigene Entlüftungsfunktion.
Der Anlagendruck sollte nach dem Entlüften kontrolliert und bei Bedarf nachgefüllt werden. Üblich sind je nach Gebäudehöhe rund ein bis zwei bar im kalten Zustand. Der genaue Sollwert steht am Kessel.
Die Zirkulationspumpe ist etwas anderes
Häufig verwechselt wird die Heizungsumwälzpumpe mit der Zirkulationspumpe für Warmwasser. Letztere hält warmes Trinkwasser in den Leitungen in Bewegung, damit an der Zapfstelle sofort warmes Wasser kommt. Sie gehört zu einem anderen Kreislauf.
Zirkulationspumpen laufen in vielen Häusern rund um die Uhr und verbrauchen dabei nicht nur Strom, sondern verursachen auch Wärmeverluste in den Leitungen. Eine Zeitschaltuhr oder eine Temperatursteuerung reduziert beides deutlich. In Ein- und Zweifamilienhäusern reichen wenige Stunden am Tag.
In größeren Anlagen gibt es hygienische Vorgaben zur Warmwassertemperatur, die den Betrieb der Zirkulation beeinflussen. Diese Vorgaben gelten für Ein- und Zweifamilienhäuser nicht in gleicher Strenge. Im Zweifel gibt der Fachbetrieb Auskunft.
Kosten und Förderung
Eine Hocheffizienzpumpe für ein Einfamilienhaus kostet je nach Baugröße meist zwischen hundert und dreihundert Euro, der Einbau durch einen Fachbetrieb kommt hinzu. Bei einem alten, ungeregelten Gerät amortisiert sich der Tausch häufig innerhalb weniger Jahre. Bei bereits geregelten Pumpen lohnt er sich meist nicht.
Für Maßnahmen an der Heizungsanlage bestehen Förderprogramme des Bundes, deren Bedingungen sich regelmäßig ändern. Wichtig ist, den Antrag vor der Beauftragung zu stellen, weil eine nachträgliche Förderung in der Regel ausgeschlossen ist. Die aktuellen Bedingungen stehen bei der zuständigen Förderstelle.
Ein Stromverbrauchsmessgerät zwischen Pumpe und Steckdose zeigt schnell, ob sich der Tausch lohnt. Bei fest verdrahteten Pumpen ist das nicht möglich, dort hilft das Typenschild. Die dort genannte Leistungsaufnahme ist der Anhaltspunkt.
Häufige Fragen
Wie lange hält eine Umwälzpumpe?
Etwa 15 bis 20 Jahre.
Kann man sie selbst tauschen?
Das Heizsystem muss dafür entleert werden – eine Arbeit für den Fachbetrieb.
Muss sie im Sommer laufen?
Für die Heizung nicht. Bei Anlagen mit Warmwasserzirkulation ist eine zweite Pumpe im Spiel.
Was kostet eine neue Pumpe?
Das Gerät liegt meist im niedrigen dreistelligen Bereich, dazu kommt der Einbau.
Welche Förderhöhe reicht im Einfamilienhaus?
Meist vier bis sechs Meter.
Wie muss die Pumpe eingebaut werden?
Mit waagerechter Motorwelle.
Was ist der Unterschied zur Zirkulationspumpe?
Die Zirkulationspumpe gehört zum Warmwasser, nicht zur Heizung.
Quellen
Das passt dazu
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