Ölheizung kaufen – was 2026 dafür und dagegen spricht

Kurz gesagt: Eine neue Ölheizung darf eingebaut werden, muss aber die Vorgabe des Gebäudeenergiegesetzes erfüllen: 65 Prozent der Wärme aus erneuerbaren Energien. Reine Ölheizungen erfüllen das nicht — möglich sind Hybridlösungen mit Wärmepumpe oder Solarthermie. Dazu kommt der steigende CO2-Preis, der Heizöl Jahr für Jahr verteuert.

Was das Gesetz verlangt

Seit 2024 gilt für neu eingebaute Heizungen die 65-Prozent-Vorgabe. Sie greift zeitlich gestaffelt: In Neubaugebieten sofort, im Bestand gekoppelt an die kommunale Wärmeplanung.

Große Städte mussten ihre Wärmeplanung bis Mitte 2026 vorlegen, kleinere Kommunen haben bis Mitte 2028 Zeit. Bis dahin sind Übergangsregelungen möglich.

Eine bestehende Ölheizung darf weiterlaufen und repariert werden. Erst beim Austausch greifen die neuen Anforderungen.

Die Austauschpflicht für alte Kessel

Unabhängig davon gilt: Konstanttemperaturkessel, die älter als 30 Jahre sind, müssen ausgetauscht werden. Ausgenommen sind Niedertemperatur- und Brennwertkessel.

Für selbst genutzte Ein- und Zweifamilienhäuser gilt die Pflicht erst zwei Jahre nach einem Eigentümerwechsel. Wer sein Haus seit Langem bewohnt, ist davon nicht betroffen.

Der Schornsteinfeger prüft das bei der Feuerstättenschau und weist auf die Pflicht hin.

Was eine Hybridlösung bedeutet

Zulässig ist die Kombination aus Ölkessel und Wärmepumpe. Die Wärmepumpe übernimmt die Grundlast bei milden Temperaturen, der Kessel springt an sehr kalten Tagen ein.

Das kann sinnvoll sein, wenn eine Wärmepumpe allein die nötige Vorlauftemperatur nicht erreicht — etwa bei alten Heizkörpern in einem schlecht gedämmten Haus.

Der Nachteil sind zwei Anlagen mit zwei Wartungen, zwei Reparaturrisiken und einem höheren Platzbedarf. Wer die Wahl hat, fährt mit einer Lösung meist besser.

Der CO2-Preis

Auf fossile Brennstoffe wird ein CO2-Preis erhoben, der schrittweise steigt. Ab 2027 soll er über einen europäischen Emissionshandel gebildet werden, was zu deutlich höheren Preisen führen kann.

Für Heizöl bedeutet das eine planbare Verteuerung über die Nutzungsdauer einer neuen Heizung. Wer heute einen Kessel einbaut, betreibt ihn typischerweise zwanzig Jahre.

In Mietverhältnissen wird der CO2-Preis nach einem Stufenmodell zwischen Vermieter und Mieter aufgeteilt — je schlechter der energetische Zustand, desto höher der Anteil des Vermieters.

Was für Öl sprechen kann

  • Kein Gasanschluss vorhanden und keiner geplant
  • Vorhandener Tank und Heizraum, der weiter nutzbar ist
  • Sehr hohe benötigte Vorlauftemperatur im Altbau
  • Unabhängigkeit vom Stromnetz bei der Wärmeerzeugung
  • Möglichkeit, den Brennstoff bei günstigen Preisen zu bevorraten

Was dagegen spricht

Steigende Betriebskosten durch den CO2-Preis, fehlende Förderfähigkeit für reine Ölheizungen, Platzbedarf für den Tank und die Frage, wie sich der Wiederverkaufswert der Immobilie entwickelt.

Hinzu kommt die Betriebssicherheit alter Tanks: Sie unterliegen Prüfpflichten, und ein Leck ist ein Umweltschaden mit erheblichen Folgekosten.

Die Alternativen

Wärmepumpe — die Standardlösung, wenn die Vorlauftemperatur passt. Förderfähig, mit niedrigen Betriebskosten.

Pelletheizung — nutzt den vorhandenen Heizraum, braucht Lagerplatz, ist förderfähig.

Fernwärme, wo verfügbar — der einfachste Weg, weil Technik im Haus entfällt.

Hybrid aus Wärmepumpe und vorhandenem Kessel als Übergang.

Vor jeder Entscheidung lohnt eine Energieberatung. Sie ist förderfähig und liefert die Grundlage für den Sanierungsfahrplan.

Der Öltank

Tanks unterliegen Prüfpflichten. Oberirdische Tanks über 1.000 Liter in Wasserschutzgebieten und unterirdische Tanks müssen regelmäßig von Sachverständigen geprüft werden; die Fristen richten sich nach Größe und Lage.

Ein Leck ist ein Fall für die Wasserbehörde und kann Sanierungskosten im fünfstelligen Bereich verursachen. Die Gewässerschadenhaftpflicht ist deshalb keine freiwillige Zusatzversicherung, sondern Pflichtprogramm.

Wer eine Ölheizung stilllegt, muss den Tank fachgerecht reinigen und entsorgen lassen. Diese Kosten gehören in jede Vergleichsrechnung.

Wann man kaufen sollte

Heizölpreise schwanken saisonal und mit dem Rohölmarkt. Traditionell sind die Preise im Sommer niedriger als im Winter, weil weniger nachgefragt wird.

Zuverlässig ist dieses Muster allerdings nicht. Wer bevorraten kann, verteilt den Einkauf besser auf mehrere Termine, statt auf den einen günstigen Moment zu warten.

Sammelbestellungen mit Nachbarn senken den Preis je Liter spürbar, weil größere Liefermengen günstiger sind.

Der Brennwertkessel

Wer sich für Öl entscheidet, sollte einen Brennwertkessel wählen. Er nutzt zusätzlich die Wärme im Abgas, die bei älteren Kesseln durch den Schornstein verschwindet.

Der Gewinn liegt bei etwa zehn bis fünfzehn Prozent gegenüber einem Niedertemperaturkessel. Voraussetzung ist eine niedrige Rücklauftemperatur — bei sehr hoch eingestellten Heizkurven kondensiert im Abgas zu wenig.

Zum Brennwertbetrieb gehört außerdem ein feuchteunempfindlicher Schornstein. In Bestandsgebäuden wird dafür ein Kunststoffrohr in den vorhandenen Zug eingezogen; die Kosten dafür gehören in das Angebot.

Die Wartung

Eine Ölheizung braucht jährlich Wartung. Dabei werden Brenner, Düse, Filter und Zündelektroden geprüft und gereinigt; verrußte Flächen senken den Wirkungsgrad messbar.

Der Schornsteinfeger misst zusätzlich die Abgaswerte. Werden Grenzwerte überschritten, muss nachgebessert werden — dafür setzt er eine Frist.

Wartungsverträge kosten jährlich einen mittleren zweistelligen bis niedrigen dreistelligen Betrag. Ohne Wartung steigt der Verbrauch, und im Störungsfall greift die Herstellergarantie oft nicht mehr.

Der Platzbedarf

Ein Öltank für ein Einfamilienhaus fasst je nach Auslegung zwischen zwei- und viertausend Liter und belegt damit einen ganzen Kellerraum, der anderweitig nicht nutzbar ist.

Batterietanks aus Kunststoff lassen sich in Einzelbehältern durch enge Kellertüren tragen und vor Ort zusammenstellen, was den Einbau im Bestand überhaupt erst möglich macht.

Für den Aufstellraum gelten Anforderungen an Auffangwanne, Brandschutz und Belüftung, die sich je nach Bundesland und Lagermenge unterscheiden und vor der Bestellung geklärt gehören.

Häufige Fragen

Darf man 2026 noch eine Ölheizung einbauen?

Ja, aber nur unter den Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes.

Muss eine alte Ölheizung raus?

Konstanttemperaturkessel über 30 Jahre ja, mit Ausnahmen.

Was ist die 65-Prozent-Regel?

Neue Heizungen müssen zu 65 Prozent erneuerbar betrieben werden.

Gibt es Förderung für Öl?

Für reine Ölheizungen nicht.

Was ist eine Hybridheizung?

Die Kombination aus Kessel und Wärmepumpe.

Wie entwickelt sich der Ölpreis?

Der CO2-Preis verteuert Heizöl planbar weiter.

Wer trägt den CO2-Preis in der Miete?

Er wird nach einem Stufenmodell aufgeteilt.

Was ist die häufigste Alternative?

Die Wärmepumpe.

Muss ein Öltank geprüft werden?

Ja, je nach Größe und Lage in festen Fristen.

Wann kauft man Heizöl?

Verteilt über mehrere Termine statt auf einen Zeitpunkt.

Lohnt ein Brennwertkessel?

Ja, er nutzt zusätzlich die Wärme im Abgas.

Wie oft muss gewartet werden?

Einmal jährlich.

Wie viel Platz braucht ein Öltank?

Meist einen eigenen Kellerraum.

Quellen

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