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Stand: September 2026 · Lesezeit: 6 Minuten
Der Schmelzpunkt von Kupferlot hängt von der Legierung ab und liegt immer über 450 °C. Kupfer-Phosphor-Lote und silberhaltige Lote fließen bei deutlich niedrigeren Temperaturen als das Kupfer selbst. Reines Kupfer schmilzt erst bei etwa 1085 °C.
Kurzantwort: Kupferlot ist ein Hartlot mit einem Schmelzbereich weit über 450 °C. Der genaue Wert steht im Datenblatt der Sorte. Das Kupferrohr bleibt dabei fest, weil Kupfer selbst erst bei rund 1085 °C schmilzt.
Das Wichtigste in Kürze
- Hartlote arbeiten oberhalb von 450 °C.
- Kupfer schmilzt bei etwa 1085 °C.
- Kupfer-Phosphor-Lot verbindet reine Kupferteile.
- Gas- und Heißwasserleitungen über 110 °C werden hartgelötet.
Kupferlot Schmelzpunkt: Was der Wert bedeutet
Ein Lot ist eine Legierung, die schmilzt und zwei Metallteile stoffschlüssig verbindet. Anders als beim Schweißen schmelzen die Werkstücke selbst nicht. Deshalb muss der Schmelzbereich des Lots unter dem des Grundwerkstoffs liegen. Bei Kupfer ist der Abstand groß. Laut Wikipedia schmilzt Kupfer bei 1084,62 °C, die Lote arbeiten spürbar darunter.
Bei Legierungen gibt es keinen einzelnen Punkt. Der Schmelzbereich beginnt bei der Solidustemperatur, ab der die ersten Anteile flüssig werden. Er endet bei der Liquidustemperatur, ab der das Lot vollständig fließt. Die Verarbeitungstemperatur liegt meist am oberen Ende oder leicht darüber.
Hartlot und Weichlot im Vergleich
Die Grenze zwischen beiden Verfahren ist genormt. Bis 450 °C spricht man vom Weichlöten, ab 450 °C vom Hartlöten. Darüber, ab etwa 900 °C, beginnt das Hochtemperaturlöten im Vakuum oder unter Schutzgas. Kupferlot gehört zu den Hartloten.
| Verfahren | Löttemperatur | Typisches Beispiel |
|---|---|---|
| Weichlöten | bis 450 °C | Zinn-Kupfer-Lot, zum Beispiel Sn95,5Ag3,8Cu0,7 mit 217 °C |
| Hartlöten | ab 450 °C | Kupfer-Phosphor-Lot, Silberlot, Messinglot |
| Hochtemperaturlöten | über 900 °C | Nickelbasislote mit rund 1000 °C |
Die Beispielwerte stammen aus den Wikipedia-Artikeln zum Löten und zum Hartlöten. Für die Praxis zählt immer das Datenblatt des Herstellers.
Kupfer-Phosphor-Lot und Silberlot: Welche Sorte passt?
Bei Hartloten für Kupfer sind vor allem drei Gruppen üblich. Die Liste orientiert sich an der Übersicht bei Wikipedia:
- Kupfer-Phosphor-Lote erzeugen reine Kupferverbindungen. Der Phosphor wirkt selbst als Flussmittel.
- Silber- und phosphorhaltige Lote eignen sich für Kupfer und andere Nichteisenmetalle.
- Messinghartlote verbinden Stähle, Kupfer und viele nickelhaltige Werkstoffe.
Stark silberhaltige Lote mit etwa 45 Prozent Silber haben einen niedrigen Schmelzpunkt. Das schont dünnwandige Teile. Dafür kosten sie mehr als Kupfer-Phosphor-Lot.
Kupferrohr löten: Schritt für Schritt
Wer Kupferrohre in der Installation verbindet, geht bei jeder Lötung ähnlich vor. Die Schritte im Überblick:
- Rohr rechtwinklig ablängen und innen sowie außen entgraten.
- Rohrende und Fitting blank schleifen, bis das Kupfer metallisch glänzt.
- Flussmittel auftragen, wenn das Lot es verlangt.
- Rohr in den Fitting stecken und das Bauteil gleichmäßig erwärmen.
- Lot an den Spalt halten. Die Kapillarwirkung zieht es in den Zwischenraum.
- Flamme wegnehmen, Verbindung ohne Bewegung abkühlen lassen.
Das Lot fließt nur dann in den Spalt, wenn das Werkstück heiß genug ist. Wer die Flamme direkt aufs Lot richtet, erzeugt oft nur kalte Tropfen ohne Bindung.
Einsatzbereiche: Wo Hartlöten vorgeschrieben ist
Hartlöten dominiert nach Angaben von Wikipedia bis heute in der Kalt- und Warmwasserinstallation mit Kupferrohren und in der Kältetechnik. Gas- und Ölleitungen sowie Heizungsleitungen mit Vorlauftemperaturen über 110 °C müssen stets hartgelötet werden. Wer Rohre im Heizkreis nachrüstet, findet weitere Grundlagen in den Beiträgen zu Heizungsventilen und zur Umwälzpumpe der Heizung.
Hausbesitzer sollten Arbeiten an Gasleitungen einem eingetragenen Fachbetrieb überlassen. Bei der Suche hilft der Beitrag Heizungsbauer in der Nähe.
Typische Fehler beim Löten mit Kupferlot
- Zu wenig Vorbereitung: Oxid oder Fett auf dem Kupfer verhindert die Benetzung.
- Zu viel Hitze: Das Rohr glüht hellrot und das Flussmittel verbrennt.
- Falscher Spalt: Zu große Fugen saugen das Lot nicht mehr in den Zwischenraum.
- Bewegung beim Abkühlen: Die Lötstelle reißt oder bleibt undicht.
Kurzantwort: Ein Kupferrohr sollte beim Hartlöten höchstens mattrot glühen. Leuchtet es hellrot, ist die Flamme zu heiß und das Flussmittel verbrennt.
Nach dem Löten empfiehlt sich eine Druckprobe. Erst danach wird das Rohr gedämmt. Passende Materialien beschreibt der Beitrag zur Dämmung für Heizungsrohre.
Sicherheit beim Hartlöten
Beim Hartlöten entstehen Dämpfe aus Flussmittel und Metall. Ausreichende Lüftung ist Pflicht. Brennbare Materialien in der Nähe werden entfernt oder mit einer Lötschutzmatte abgedeckt. Ein Feuerlöscher gehört in Reichweite. Nach dem Löten bleiben Rohr und Fitting lange heiß.
Der Text ersetzt keine fachliche Beratung durch einen Installateurbetrieb. Bei Gas- und Trinkwasserleitungen gelten technische Regeln, die ausgebildete Fachleute kennen.
Fazit
Der Schmelzpunkt von Kupferlot liegt je nach Sorte deutlich unter dem von Kupfer, aber immer über 450 °C. Kupfer-Phosphor-Lot eignet sich für reine Kupferverbindungen, Silber- und Messinglote decken weitere Werkstoffe ab. Wer sauber vorbereitet, gleichmäßig erwärmt und das richtige Lot wählt, erhält dichte Verbindungen. Den exakten Schmelzbereich nennt das Datenblatt des Herstellers.
FAQ – Häufige Fragen
Bei welcher Temperatur schmilzt Kupferlot?
Das hängt von der Sorte ab. Silberhaltige Lote schmelzen bei niedrigeren Temperaturen als Messinglote. Der genaue Schmelzbereich steht im Datenblatt des jeweiligen Lots.
Was ist der Unterschied zwischen Kupferlot und Kupfer-Phosphor-Lot?
Als Kupferlot bezeichnen viele Händler Hartlote auf Kupferbasis. Kupfer-Phosphor-Lot ist die bekannteste Sorte und verbindet reine Kupferteile meist ohne zusätzliches Flussmittel.
Kann man Kupferrohre mit Kupferlot verbinden?
Ja. Kupferrohre lassen sich laut Wikipedia mit Messing- oder mit Kupfer-Phosphor-Lot verbinden. Diese Hartlötung eignet sich für Wasser-, Gas- und Kälteleitungen.
Braucht Kupferlot Flussmittel?
Kupfer-Phosphor-Lot benötigt bei reinen Kupferverbindungen meist keines. Bei Messing, Rotguss oder Stahl braucht es ein passendes Flussmittel, das Oxidschichten fernhält.
Ab wann gilt eine Lötung als Hartlöten?
Definitionsgemäß liegt die Löttemperatur beim Hartlöten über 450 °C. Darunter sprechen Fachleute vom Weichlöten.
Schmilzt das Kupferrohr beim Hartlöten mit?
Nein. Kupfer schmilzt erst bei rund 1085 °C. Die Lote arbeiten deutlich darunter, das Rohr bleibt fest und wird nur rotwarm.
Welche Farbe sollte das Rohr beim Löten haben?
Ein mattes Dunkelrot gilt als Richtwert. Glüht das Rohr hellrot, ist die Flamme zu heiß oder zu lange auf einer Stelle.
Darf Weichlot in Gasleitungen verwendet werden?
Nein. Gas- und Ölleitungen sowie Heizungsleitungen mit Vorlauftemperaturen über 110 °C müssen hartgelötet werden.
Wie sieht eine gute Lötstelle aus?
Das Lot bildet einen gleichmäßigen, glatten Kranz rund um den Übergang. Es ist vollständig im Spalt verschwunden und zeigt keine Löcher oder Perlen.
Kann man Kupferlot mit einem Gasbrenner verarbeiten?
Ja. Für Rohre kleiner Durchmesser reicht ein Propan- oder Butanbrenner. Größere Rohre brauchen ein Acetylen-Sauerstoff-Gerät, weil sie mehr Wärme ableiten.
Quellen

Bella schreibt hier über Haus, Bauen und Wohnen. Sie mag Fragen, auf die man abends noch schnell eine Antwort braucht, und schreibt sie so auf, dass man sie beim ersten Lesen versteht. Quellen stehen unter jedem Beitrag.






