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Kurzantwort: Für den Neubau ist die Wärmepumpe der Standard: 73,6 Prozent der 2025 fertiggestellten Wohngebäude heizen damit, bei den 2025 genehmigten sind es 83,0 Prozent. Seit der Reform vom 23. Juli 2026 heißt das Gesetz Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG, bis Juli 2026 GEG), die alte 65-Prozent-Pflicht ist weggefallen. Eine neue Gas- oder Ölheizung bleibt erlaubt, muss aber ab 2029 mindestens 10 Prozent, ab 2040 60 Prozent ihrer Wärme aus Biomethan, Bioöl oder Wasserstoff erzeugen. Die KfW fördert klimafreundliche Neubauten mit bis zu 150.000 Euro Kredit je Wohneinheit, Öl- und Gasheizungen sind dort ausgeschlossen.
Die Heizung ist die Entscheidung, die du beim Hausbau am längsten mit dir herumträgst. Die Fassade lässt sich streichen, die Küche tauschen. Der Heizkeller bleibt Jahrzehnte so, wie du ihn planst.
Seit Sommer 2026 gelten neue Regeln. Das Gebäudeenergiegesetz wurde am 23. Juli 2026 umgebaut und heißt jetzt Gebäudemodernisierungsgesetz. Die Pflicht, 65 Prozent der Wärme aus erneuerbaren Energien zu erzeugen, steht nicht mehr im Gesetz. An ihre Stelle tritt eine Quote für fossile Brennstoffe.
Die Rechtslage nach dem GModG
§ 10 GModG verlangt, dass jeder Neubau ein Niedrigstenergiegebäude ist. Absatz 2 Nummer 3 erklärt die §§ 42 bis 45 für Neubauten für „entsprechend“ anwendbar. Damit gilt die Heizungsregel für den Heizungstausch auch für dein neues Haus.
§ 42 Absatz 2 zählt zehn Optionen auf: Gas-, Öl- oder Flüssiggasheizung, elektrische Wärmepumpe, Solarthermie, Biomasse oder Wasserstoff, Wärmepumpen-Hybrid, Solarthermie-Hybrid, Kraft-Wärme-Kopplung, Stromdirektheizung, Wärmenetz und weitere vom Gesetz zugelassene Lösungen.
Der Haken steckt in § 43. Eine Heizung, die mit Gas, Heizöl oder Flüssiggas läuft und nach dem 29. Juli 2026 neu eingebaut wird, muss ab 2029 mindestens 10 Prozent, ab 2030 mindestens 15 Prozent, ab 2035 mindestens 30 Prozent und ab 2040 mindestens 60 Prozent der Wärme aus Biomethan, Bioöl, biogenem Flüssiggas oder Wasserstoff erzeugen.
Alternativ erfüllt eine Solarthermie-Anlage die Quote, bei Häusern mit bis zu zwei Wohnungen mit mindestens 0,04 Quadratmetern Aperturfläche je Quadratmeter Nutzfläche, gültig 2029 bis 2034. Ein Wärmepumpen-Hybrid erfüllt sie, wenn die Wärmepumpe mindestens 30 Prozent der Leistung des Spitzenlastkessels hat, bei bivalent-alternativem Betrieb 40 Prozent.
Zwei Punkte kommen dazu. Nach § 10 Absatz 4 darf eine Stromdirektheizung in ein neues Wohngebäude nur, wenn der bauliche Wärmeschutz die Anforderung um mindestens 45 Prozent unterschreitet; für ein selbst bewohntes Haus mit bis zu zwei Wohnungen gilt das nicht. Und § 42a verpflichtet die Bundesregierung, bis zum 1. Dezember 2026 ein Gesetz für eine Grüngas- und Grünheizölquote vorzulegen.
Was Bauherren 2025 tatsächlich einbauen
Das Statistische Bundesamt zählt jedes Jahr die Heizenergie in neuen Wohngebäuden. 2025 wurden rund 58.900 Wohngebäude fertiggestellt. 73,6 Prozent davon heizen mit Wärmepumpen, 10,5 Prozent mit Erdgas, 8,3 Prozent mit Fernwärme, 3,5 Prozent mit Holz oder Pellets und 0,6 Prozent mit Solarthermie als Hauptenergie. Öl liegt bei 0,3 Prozent, das sind 190 Gebäude.
Ein Jahr zuvor lag die Wärmepumpe bei 69,4 Prozent und Gas bei 15,0 Prozent. Bei Einfamilienhäusern erreichte die Wärmepumpe 2025 sogar 77,9 Prozent. Und in den Baugenehmigungen des Jahres 2025 stehen 83,0 Prozent Wärmepumpe und nur noch 2,2 Prozent Erdgas.
Der Markt insgesamt zieht mit. Der Bundesverband Wärmepumpe meldet für das erste Halbjahr 2026 einen Absatz von 195.000 Anlagen, 40 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
Die Optionen im Vergleich
| Heizung | Vorteil | Nachteil | Voraussetzung |
|---|---|---|---|
| Luft-Wasser-Wärmepumpe | keine Bohrung, KfW-förderfähig, 73,6 % Marktanteil | Jahresarbeitszahl im Schnitt 2,8, Außengerät macht Geräusche | Fußbodenheizung oder große Heizflächen, Stellplatz mit Abstand zum Nachbarn |
| Sole-Wasser-Wärmepumpe | Jahresarbeitszahl im Schnitt 3,5, leise, im Sommer passive Kühlung | Erdbohrung oder Flächenkollektor nötig | Anzeige oder Erlaubnis der Bohrung bei der Wasserbehörde, ausreichend Grundstück |
| Fernwärme | kein Kessel im Haus, wenig Wartung, 8,3 % Marktanteil | Preis und Anbieter nicht wählbar | Wärmenetz vor dem Grundstück |
| Pelletkessel | Biomasse erfüllt § 42, 3,5 % Marktanteil | Lagerraum, Aschentnahme, Lieferungen | Pelletlager, Schornstein; kein KfW-Kredit in der Stufe Klimafreundliches Wohngebäude |
| Gas-Brennwert mit Quote | niedrige Anschaffung, vertraute Technik | ab 2029 10 %, ab 2040 60 % Biomethan oder Wasserstoff, kein KfW-Kredit | Gasanschluss, Nachweis der Quote |
| Wärmepumpen-Hybrid | Spitzenlast über Kessel | zwei Erzeuger, doppelte Wartung | Wärmepumpe mindestens 30 % (bivalent-alternativ 40 %) der Kesselleistung |
| Solarthermie als Ergänzung | erfüllt die Quote von § 43 bis 2034 | deckt allein keinen Winter, nur 0,6 % als Hauptenergie | 0,04 m² Aperturfläche je m² Nutzfläche bei bis zu zwei Wohnungen |
Wärmepumpe richtig auslegen: die Jahresarbeitszahl
Die Jahresarbeitszahl (JAZ) ist das Verhältnis der genutzten Wärme zum eingesetzten Strom über ein Jahr. Rechenweg: JAZ = Wärme in Kilowattstunden ÷ Strom in Kilowattstunden. Eine JAZ von 3,5 heißt: Aus 1 Kilowattstunde Strom werden 3,5 Kilowattstunden Wärme.
Wikipedia nennt nach Daten der Verbraucherzentrale NRW Durchschnittswerte von 2,8 für Luft-Wasser-, 3,5 für Sole-Wasser- und 3,8 für Wasser-Wasser-Wärmepumpen. Die Bestwerte liegen bei 4,7, 5,2 und 6,4. Der SCOP ist die Jahresarbeitszahl eines Modells unter genormten Messbedingungen, die Zahl auf dem Datenblatt.
Der größte Hebel ist die Vorlauftemperatur. Je Grad weniger sinkt der Stromverbrauch laut Wikipedia um etwa 2 bis 4 Prozent. Eine Fußbodenheizung kommt mit niedrigen Temperaturen aus und passt deshalb besser zur Wärmepumpe als kleine Heizkörper. Im Neubau lässt sie sich ohne Umbau einplanen.
Förderung: KfW 297 und 298
Für den Neubau bietet die KfW den Förderkredit „Klimafreundlicher Neubau“ mit den Programmnummern 297 und 298. Er läuft bis zu 35 Jahre mit bis zu 10 Jahren Zinsbindung, der Zinssatz wird am Tag der Zusage festgelegt.
Die Kredithöhe hängt an der Stufe. Ein Effizienzhaus 55 oder ein Klimafreundliches Wohngebäude bekommt bis zu 100.000 Euro je Wohneinheit, mit dem Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG) bis zu 150.000 Euro. Voraussetzung beim Effizienzhaus 55: Das Haus wird „nicht mit Öl oder Gas beheizt“. Beim Klimafreundlichen Wohngebäude (Effizienzhaus 40) heißt es „nicht mit Öl, Gas oder Biomasse beheizt“, ein Pelletkessel fällt dort also raus. Für die Stufe Effizienzhaus 55 stehen 2025 und 2026 zusammen 800 Millionen Euro bereit.
Bei der Antragstellung muss eine gültige Baugenehmigung vorliegen.
Häufige Fragen
Darf ich im Neubau noch eine Gasheizung einbauen?
Ja. Sie muss aber ab 2029 mindestens 10 Prozent und ab 2040 mindestens 60 Prozent der Wärme aus Biomethan, Bioöl oder Wasserstoff erzeugen. Den KfW-Kredit bekommst du damit nicht.
Gilt die 65-Prozent-Regel noch?
Nein. Sie stand in § 71 des alten GEG und ist mit der Reform vom 23. Juli 2026 weggefallen. Das Gesetz heißt jetzt GModG.
Welche Heizung bauen die meisten ein?
Die Wärmepumpe. 73,6 Prozent der 2025 fertiggestellten Wohngebäude heizen damit, bei Einfamilienhäusern 77,9 Prozent.
Welche Jahresarbeitszahl ist gut?
Luft-Wasser-Wärmepumpen erreichen im Schnitt 2,8, Sole-Wasser 3,5. Die Bestwerte liegen laut Wikipedia bei 4,7 und 5,2 und setzen niedrige Vorlauftemperaturen voraus.
Ist eine Stromdirektheizung im Neubau erlaubt?
Nur wenn der Wärmeschutz die Anforderung um mindestens 45 Prozent unterschreitet. Für ein selbst bewohntes Haus mit bis zu zwei Wohnungen gilt diese Grenze nicht.
Wie viel Förderung gibt es für den Neubau?
Bis zu 100.000 Euro Kredit je Wohneinheit, mit QNG-Siegel bis zu 150.000 Euro, über die KfW-Programme 297 und 298. Öl- und Gasheizungen sind ausgeschlossen.
Quellen
- § 43 GModG — Anforderungen an Gas-, Öl- und Flüssiggasheizungen (gesetze-im-internet.de)
- Statistisches Bundesamt — Rund drei Viertel der 2025 errichteten Wohngebäude heizen mit Wärmepumpen
- KfW — Klimafreundlicher Neubau Wohngebäude (297, 298)
- Wikipedia — Jahresarbeitszahl
Geschrieben von Jonas, Redaktion hausbauoase.de — er schreibt hier über Bauen, Dämmen und die Zahlen dahinter.







