Klimaanlage zum Heizen – wie gut Split-Geräte funktionieren

Kurz gesagt: Eine Split-Klimaanlage mit Wärmepumpenfunktion kann heizen — sie kehrt den Kältemittelkreislauf einfach um. Aus einer Kilowattstunde Strom werden je nach Außentemperatur drei bis vier Kilowattstunden Wärme. Damit ist sie deutlich effizienter als jede direkte Elektroheizung, aber keine vollwertige Zentralheizung.

Wie das funktioniert

Eine Klimaanlage transportiert Wärme von innen nach außen. Wird der Kreislauf umgekehrt, transportiert sie Wärme von außen nach innen — sie wird zur Luft-Luft-Wärmepumpe.

Technisch ist das derselbe Vorgang wie bei einer Heizungswärmepumpe. Der Unterschied liegt in der Wärmeabgabe: Statt Wasser in Heizkörpern erwärmt sie direkt die Raumluft.

Geräte mit dieser Funktion heißen im Handel oft Klimaanlage mit Heizfunktion oder Wärmepumpen-Klimagerät. Reine Kühlgeräte können es nicht.

Die Effizienz

Der Wert heißt SCOP und beschreibt die Jahresarbeitszahl im Heizbetrieb. Gute Geräte erreichen Werte um 4 — aus einer Kilowattstunde Strom werden vier Kilowattstunden Wärme.

Zum Vergleich: Ein Heizlüfter kommt auf 1. Selbst bei ungünstigen Bedingungen bleibt die Klimaanlage deutlich sparsamer als jede Widerstandsheizung.

Gegenüber Gas hängt die Rechnung am Preisverhältnis. Bei einem Stromtarif, der weniger als das Drei- bis Vierfache des Gaspreises kostet, heizt die Klimaanlage günstiger.

Wo die Grenzen liegen

Kälte. Bei sinkender Außentemperatur fällt die Effizienz. Unter minus 10 Grad arbeiten viele Geräte noch, aber mit deutlich schlechteren Werten. Modelle für kalte Regionen sind entsprechend ausgelegt.

Verteilung. Ein Innengerät heizt einen Raum. Für ein ganzes Haus braucht es mehrere Geräte oder ein Multi-Split-System.

Warmwasser. Eine Klimaanlage bereitet kein Warmwasser. Dafür braucht es weiterhin eine andere Lösung.

Luftbewegung. Die Wärme kommt als Luftstrom. Das empfinden manche als zugig, besonders bei niedrigen Außentemperaturen und hoher Leistung.

Für wen es sich lohnt

  • Als Ergänzung in Räumen, die sonst schwer warm werden
  • In der Übergangszeit, wenn die Zentralheizung noch aus ist
  • Im Homeoffice oder Wintergarten, der einzeln beheizt wird
  • In gut gedämmten Gebäuden mit geringem Wärmebedarf
  • Wenn ohnehin eine Kühlung gewünscht ist — dann ist die Heizfunktion praktisch gratis
  • Bei vorhandener Photovoltaik, weil sich der Eigenverbrauch erhöht

Was beim Einbau gilt

Split-Geräte enthalten Kältemittel. Ihr Einbau und die Wartung sind an eine Sachkunde nach Kälteanlagenrecht gebunden — der Anschluss der Kältemittelleitungen darf nicht selbst erfolgen.

Monoblock-Geräte ohne Trennung der Kreisläufe sind davon ausgenommen und lassen sich selbst installieren; sie sind aber weniger effizient und lauter.

Hinzu kommen bauliche Fragen: Die Wanddurchführung, die Befestigung des Außengeräts und der Kondensatablauf. Bei Mietwohnungen und Eigentumswohnungen braucht der Einbau in der Regel eine Zustimmung.

Der Lärm

Das Außengerät erzeugt Geräusche. Für die Aufstellung gelten die Immissionsrichtwerte der TA Lärm, nachts strenger als tagsüber.

Das ist der häufigste Konfliktpunkt mit Nachbarn. Ein Abstand zur Grundstücksgrenze, eine schallentkoppelte Befestigung und der Nachtbetrieb mit reduzierter Leistung lösen die meisten Fälle.

Die konkreten Grenzabstände regeln die Landesbauordnungen und unterscheiden sich je nach Bundesland.

Das Kältemittel

Viele Geräte arbeiten mit fluorierten Kältemitteln, die ein hohes Treibhauspotenzial haben. Die EU-Verordnung schränkt ihre Verwendung schrittweise ein.

Neuere Geräte nutzen Kältemittel mit deutlich geringerer Klimawirkung, etwa Propan. Beim Kauf lohnt der Blick auf diese Angabe — sie betrifft die Verfügbarkeit von Ersatz über die Lebensdauer.

Dichtheitsprüfungen sind je nach Füllmenge vorgeschrieben und gehören zur Wartung.

Der Vergleich mit einer Heizungswärmepumpe

Beide arbeiten nach demselben Prinzip, unterscheiden sich aber im Zweck. Die Heizungswärmepumpe erwärmt Wasser für Heizkörper oder Flächenheizung und bereitet Warmwasser — sie ersetzt die Heizung vollständig.

Das Klimagerät heizt einen Raum mit Luft. Die Investition liegt bei einem Bruchteil, dafür bleibt die Lösung punktuell.

Für viele Bestandsgebäude ist die Kombination interessant: eine bestehende Heizung als Grundlast, ein Klimagerät für einzelne Räume und für die Übergangszeit. Das senkt den Verbrauch, ohne die Anlage komplett zu tauschen.

Was die Förderung sagt

Luft-Luft-Wärmepumpen — also Klimageräte mit Heizfunktion — sind von der Heizungsförderung in der Regel ausgeschlossen. Gefördert werden Anlagen, die ein Wassersystem versorgen.

Das ändert die Rechnung: Was bei einer Heizungswärmepumpe durch Zuschüsse aufgefangen wird, muss beim Klimagerät vollständig selbst getragen werden — dafür ist die Investition deutlich niedriger.

Wer ohnehin über eine Heizungssanierung nachdenkt, sollte beide Wege gegenrechnen, bevor er sich festlegt.

Die Wartung

Filter im Innengerät sollten alle paar Wochen gereinigt werden. Verschmutzte Filter senken die Leistung, erhöhen den Verbrauch und begünstigen Keimwachstum.

Das Innengerät kann bei falscher Nutzung zur Keimquelle werden — vor allem, wenn im Kühlbetrieb Kondensat im Gerät stehen bleibt. Viele Geräte haben eine Trocknungsfunktion, die nach dem Kühlen läuft.

Jährlich sollte eine Fachkraft Kältemittelfüllstand, Dichtheit und Elektrik prüfen. Bei größeren Füllmengen ist die Dichtheitsprüfung ohnehin vorgeschrieben.

Mobile Geräte als Notlösung

Mobile Monoblock-Klimageräte mit Heizfunktion werden gern gekauft, weil sie ohne Einbau auskommen. Ihre Effizienz liegt allerdings deutlich unter der von Split-Geräten.

Der Grund ist der Abluftschlauch: Er wird durch ein gekipptes Fenster geführt, und durch den Spalt strömt ständig Außenluft nach. Ein Teil der Wirkung geht so verloren.

Wer trotzdem ein mobiles Gerät nutzt, sollte den Fensterspalt mit einer Abdichtung schließen. Das kostet wenig und verbessert das Ergebnis erheblich.

Häufige Fragen

Kann jede Klimaanlage heizen?

Nein, nur Geräte mit Wärmepumpenfunktion.

Wie effizient ist das?

Gute Geräte erreichen einen SCOP um 4.

Funktioniert es auch bei Frost?

Ja, mit sinkender Effizienz.

Ersetzt es eine Zentralheizung?

Nur in gut gedämmten Gebäuden und ohne Warmwasser.

Darf man selbst einbauen?

Split-Geräte nicht – dafür braucht es Sachkunde.

Braucht man eine Genehmigung?

In Miet- und Eigentumswohnungen meist eine Zustimmung.

Wie laut ist das Außengerät?

Es unterliegt den Grenzwerten der TA Lärm.

Worauf achtet man beim Kältemittel?

Auf ein geringes Treibhauspotenzial.

Was unterscheidet es von einer Heizungswärmepumpe?

Es heizt mit Luft und bereitet kein Warmwasser.

Wird es gefördert?

In der Regel nicht.

Wie oft reinigt man die Filter?

Alle paar Wochen im laufenden Betrieb.

Taugen mobile Klimageräte zum Heizen?

Nur eingeschränkt – der Abluftschlauch kostet Wirkung.

Quellen

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