Feuchtraum-Rigipsplatte: Einsatz und Verarbeitung

Veröffentlicht am 25.09.2026 · Lesezeit 5 Min.

Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten

Eine Feuchtraum-Rigipsplatte ist eine imprägnierte Gipsplatte vom Typ H2 nach DIN EN 520, früher GKBI genannt. Sie nimmt weniger als 10 Prozent Wasser auf und eignet sich für Wände, Decken und Vorsatzschalen in häuslichen Bädern mit geringer bis mäßiger Feuchte. Im Spritzwasserbereich braucht sie eine zusätzliche Abdichtung. In Zonen der Klasse W2-I, etwa im Bereich bodengleicher Duschen, sind Gipsplatten nicht zulässig.

Das Wichtigste in Kürze

  • Typ H2 nach DIN EN 520 und GKBI nach DIN 18180
  • Wasseraufnahme unter 10 Prozent, meist grüner Karton
  • Erlaubt in den Wassereinwirkungsklassen W0-I und W1-I
  • Imprägniert heißt nicht wasserdicht: Abdichtung bleibt Pflicht

Was ist eine Feuchtraum-Rigipsplatte?

„Rigips“ ist eigentlich ein Markenname. Im Alltag steht er für alle Gipskartonplatten. Die Feuchtraumvariante hat einen imprägnierten Gipskern. Hersteller wie Siniat bezeichnen sie als Typ H2 nach DIN EN 520 und als Typ GKBI nach DIN 18180. Die Imprägnierung senkt die Wasseraufnahme auf weniger als 10 Prozent. Im Handel ist die Platte meist am grünen Karton zu erkennen.

Die Standardplatte ist 12,5 Millimeter dick und 1.250 Millimeter breit. Danogips bietet sie zum Beispiel in Längen von 2.000 bis 3.000 Millimetern an. Laut Hersteller ist sie nicht brennbar nach Klasse A2-s1, d0.

Kurzantwort: Die Feuchtraum-Rigipsplatte ist eine imprägnierte grüne Gipsplatte vom Typ H2. Sie nimmt weniger Wasser auf, ist aber nicht wasserdicht.

Wo darf die Feuchtraum-Rigipsplatte eingesetzt werden?

Siniat nennt als Einsatzbereich Wände, Decken und Vorsatzschalen in gering und mäßig feuchtebeanspruchten Räumen wie häuslichen Bädern. Genauer regelt das die Abdichtungsnorm DIN 18534. Sie teilt Flächen in vier Wassereinwirkungsklassen ein.

Klasse Beanspruchung Beispiele Gipsplatte zulässig?
W0-I gering Wände außerhalb der Dusche, Gäste-WC ja
W1-I mäßig Wände an Dusche und Wanne im Wohnbad ja, mit Abdichtung
W2-I hoch Boden bodengleicher Duschen, gewerbliche Duschen nein
W3-I sehr hoch Schwimmbadumgänge, Großküchen, Wäschereien nein

Laut Schlüter-Systems sind feuchteempfindliche Untergründe auf Gipsbasis nur in W0-I und W1-I zulässig. Ab W2-I müssen feuchteunempfindliche Untergründe her. Dazu zählen Beton, Zementestrich, Zementputz oder Bauplatten aus Polystyrol mit Mörtelbeschichtung und Gewebe.

Sonderfall bodengleiche Dusche

Eine bodengleiche Dusche fällt in die Klasse W2-I. Nach Bauindex gilt das für die gesamte Bodenfläche des Bades. Auf diesen Flächen scheiden Gipsplatten aus. Viele Handwerker setzen im Spritzbereich einer bodengleichen Dusche auch an den Wänden auf zementgebundene Platten oder Hartschaumplatten. Diese Platten vertragen dauerhafte Nässe besser als jeder Gipskern und bieten mehr Reserve, falls eine Fuge später undicht wird. Planungsbeispiele für kleine Bäder zeigt der Beitrag Dusche in der Dachschräge.

Kurzantwort: Auf Flächen der Klasse W2-I, etwa rund um bodengleiche Duschen, ist die Feuchtraum-Rigipsplatte nicht zulässig. Dort sind zementgebundene oder Hartschaum-Bauplatten nötig.

Verarbeitung: Schritt für Schritt

Die Verarbeitung gleicht der normaler Gipsplatten. Der Unterschied liegt in der Abdichtung.

  • Lagern: Platten flach und trocken lagern, vor Regen schützen.
  • Unterkonstruktion: Metallständer aus UW- und CW-Profilen setzen. Für Fliesen verlangen viele Hersteller engere Profilabstände oder eine doppelte Beplankung.
  • Zuschneiden: Karton mit dem Cutter anritzen, Platte über eine Kante brechen, Rückseite durchschneiden.
  • Befestigen: Mit Schnellbauschrauben im vorgegebenen Abstand verschrauben.
  • Verspachteln: Fugen und Schraubköpfe mit Fugenspachtel schließen.
  • Grundieren: Die Fläche vor der Abdichtung grundieren.
  • Abdichten: Im Spritzwasserbereich eine Abdichtung im Verbund aufbringen.
  • Fliesen: Mit flexiblem Fliesenkleber auf der Abdichtung verlegen.

Wie das Verkleiden mit Gipsplatten grundsätzlich funktioniert, zeigt der Beitrag Dachschräge mit Gipskarton verkleiden. Tipps für den Start der Fliesenarbeiten stehen im Artikel Wo beginnt man beim Fliesenverlegen.

Abdichtung: warum imprägniert nicht reicht

Die Imprägnierung bremst die Wasseraufnahme. Sie macht die Platte aber nicht wasserdicht. Dringt über Jahre Wasser durch Fugen, quillt der Gipskern auf und Schimmel droht. DIN 18534 sieht deshalb für Flächen ab W1-I eine Abdichtung vor.

Üblich ist eine Abdichtung im Verbund mit den Fliesen. Dazu gehören eine flüssige Dichtschicht oder Dichtbahnen, Dichtbänder in Ecken und an Übergängen sowie Manschetten an Rohrdurchführungen. Laut Bauindex muss die Abdichtung mindestens 20 Zentimeter über die Wasserentnahmestelle reichen. Die Norm rechnet für häusliche Bäder mit einer Haltbarkeit von 20 bis 30 Jahren.

Lüften nicht vergessen

Auch die beste Platte ersetzt kein Lüften. Nach dem Duschen sollte die feuchte Luft schnell raus. Ein Fenster oder ein Abluftventilator hilft. Die Werte, die in Wohnräumen gesund sind, erklärt der Beitrag zur Luftfeuchtigkeit in Räumen. Dauerhaft hohe Feuchte greift auf Dauer Fugen und Silikon an.

Typische Fehler beim Einsatz im Bad

  • Grüne Platte auf Flächen der Klasse W2-I verbauen.
  • Auf die Abdichtung verzichten, weil die Platte imprägniert ist.
  • Platten mit Bodenkontakt einbauen, sodass sie Wasser ziehen.
  • Ecken ohne Dichtband abdichten.
  • Zu weite Profilabstände unter schweren Fliesen wählen.

Fazit

Die Feuchtraum-Rigipsplatte ist die richtige Wahl für Wände und Decken im Wohnbad außerhalb stark beanspruchter Zonen. Sie ist vom Typ H2, meist grün und nimmt weniger als 10 Prozent Wasser auf. An Dusche und Wanne braucht sie eine Abdichtung im Verbund. In bodengleichen Duschen gehören zementgebundene oder Hartschaumplatten hin.

FAQ – Häufige Fragen

Welche Rigipsplatte für das Bad?

Die imprägnierte Gipsplatte vom Typ H2, auch GKBI genannt.

Woran erkennt man eine Feuchtraumplatte?

Meist am grünen Karton und an der Bezeichnung H2 oder GKBI.

Ist eine grüne Rigipsplatte wasserdicht?

Nein. Sie nimmt nur weniger Wasser auf und braucht eine Abdichtung.

Darf man grüne Rigipsplatten in der Dusche verwenden?

An Wänden bei Wanne oder Dusche ja, mit Abdichtung. Auf Flächen der Klasse W2-I nein.

Was bedeutet Typ H2?

Eine Gipsplatte nach DIN EN 520 mit reduzierter Wasseraufnahme unter 10 Prozent.

Was ist der Unterschied zwischen GKB und GKBI?

GKB ist die normale Bauplatte, GKBI die imprägnierte Variante für Feuchträume.

Welche Platte für bodengleiche Duschen?

Für W2-I-Flächen zementgebundene Platten oder Hartschaumplatten mit Mörtelbeschichtung.

Kann man auf Feuchtraumplatten fliesen?

Ja. Nach Grundierung und Abdichtung mit flexiblem Fliesenkleber.

Wie dick ist eine Feuchtraum-Rigipsplatte?

Üblich sind 12,5 Millimeter.

Welche Norm regelt die Abdichtung im Bad?

Die DIN 18534 mit den Wassereinwirkungsklassen W0-I bis W3-I.

Mehr zum Thema

Quellen

Nach oben scrollen