Elektrische Heizung – Bauarten, Kosten und wann sie passt

Kurz gesagt: Alle direkt elektrischen Heizungen wandeln eine Kilowattstunde Strom in eine Kilowattstunde Wärme — unabhängig von der Bauart. Unterschiede gibt es nur bei Verteilung, Trägheit und Behaglichkeit, nicht beim Wirkungsgrad. Weil Strom teurer ist als Gas, eignen sie sich als Zusatzheizung, selten als Hauptheizung.

Warum alle gleich effizient sind

Bei einer Widerstandsheizung wird elektrische Energie vollständig in Wärme umgewandelt. Der Wirkungsgrad liegt bei praktisch 100 Prozent — bei jedem Gerät, egal was die Werbung sagt.

Wenn ein Anbieter behauptet, sein Gerät sei besonders sparsam, kann sich das nur auf die Regelung oder die Verteilung beziehen, nie auf den Wirkungsgrad selbst.

Der große Unterschied zu einer Wärmepumpe liegt genau hier: Sie erzeugt keine Wärme, sondern verschiebt sie, und kommt deshalb auf das Drei- bis Vierfache.

Die Bauarten

Heizlüfter. Ein Heizdraht und ein Ventilator. Sofort spürbar, laut, keine Speicherung. Für kurzes Aufheizen eines kleinen Raumes.

Konvektor. Erwärmt Luft, die von selbst aufsteigt. Leise, gleichmäßiger als der Lüfter, wirbelt weniger Staub auf.

Ölradiator. Ein mit Öl gefüllter Körper, der Wärme speichert und langsam abgibt. Träge im Anlauf, dafür angenehm gleichmäßig und leise.

Infrarotheizung. Erwärmt Flächen und Körper statt Luft. Wird als besonders behaglich empfunden, weil sie wie Sonnenstrahlung wirkt. Sie ist nicht sparsamer, fühlt sich aber bei gleicher Lufttemperatur wärmer an.

Nachtspeicherofen. Speichert nachts, gibt tagsüber ab.

Elektrische Fußbodenheizung. Meist als Zusatz im Bad, angenehm, aber im Dauerbetrieb teuer.

Was sie kosten

Die Rechnung ist einfach: Leistung in Kilowatt mal Betriebsstunden mal Strompreis. Ein Gerät mit 2 Kilowatt, das täglich vier Stunden läuft, verbraucht acht Kilowattstunden am Tag.

Über einen Wintermonat summiert sich das auf rund 240 Kilowattstunden — für einen einzigen Raum. Genau hier liegt der Grund, warum elektrische Heizungen als Hauptheizung selten sinnvoll sind.

Wichtig: Die Nennleistung ist nicht die Dauerleistung. Ein Thermostat schaltet das Gerät ab, sobald die Solltemperatur erreicht ist, sodass der tatsächliche Verbrauch unter der Rechnung liegt.

Wo sie sinnvoll sind

  • Selten genutzte Räume — Gästezimmer, Hobbyraum, Werkstatt
  • Übergangszeit, wenn sich das Anheizen der Zentralheizung nicht lohnt
  • Badezimmer für kurze Zeit am Morgen
  • Ferienhäuser mit geringer Nutzung
  • Gartenhaus und Wintergarten
  • Als Notlösung bei Heizungsausfall

Worauf man beim Kauf achtet

Thermostat. Ohne läuft das Gerät durchgehend. Ein elektronischer Thermostat regelt genauer als ein mechanischer.

Zeitschaltung, damit nur geheizt wird, wenn jemand da ist.

Kippschutz und Überhitzungsschutz — bei Heizlüftern unverzichtbar.

Leistung passend zum Raum. Als grobe Orientierung 60 bis 100 Watt je Quadratmeter bei normal gedämmten Räumen, bei schlechter Dämmung mehr.

Geräuschentwicklung, wenn das Gerät im Wohn- oder Schlafraum steht.

Die Sicherheitsregeln

Elektrische Heizgeräte gehören zu den häufigsten Brandursachen im Winter.

  • Nie unbeaufsichtigt und nie über Nacht betreiben
  • Mindestens einen Meter Abstand zu Möbeln, Vorhängen und Textilien
  • Nicht zum Trocknen von Wäsche verwenden
  • Keine Mehrfachsteckdosen und keine dünnen Verlängerungskabel — die Leistung ist hoch
  • Nicht in Feuchträumen ohne entsprechende Schutzart
  • Auf feste, ebene Standfläche stellen

Die Alternative bedenken

Bevor man einen Raum dauerhaft elektrisch beheizt, lohnt der Blick auf die Ursache. Häufig ist der Raum zu kalt, weil ein Heizkörper zu klein ist, Luft im System steckt oder der hydraulische Abgleich fehlt.

Diese Probleme lassen sich meist mit geringem Aufwand beheben — und dann heizt die vorhandene Anlage den Raum zu einem Bruchteil der Stromkosten.

Infrarot im Detail

Infrarotheizungen geben Wärmestrahlung ab, die von Wänden, Möbeln und Menschen aufgenommen wird. Die Luft selbst wird nur indirekt erwärmt.

Der praktische Effekt: Bei gleicher Lufttemperatur fühlt es sich wärmer an, weil die Strahlung direkt auf die Haut trifft. Manche Nutzer stellen deshalb die Raumtemperatur ein bis zwei Grad niedriger ein — und sparen dadurch tatsächlich Energie.

Voraussetzung ist eine freie Sichtlinie zwischen Heizung und Aufenthaltsbereich. Steht ein Schrank dazwischen, wird der Schrank warm.

In schlecht gedämmten Räumen mit kalten Außenwänden ist der Effekt geringer, weil die Wände die Strahlung aufnehmen und nach außen abgeben.

Die Notheizung bei Stromausfall

Eine elektrische Heizung hilft bei einem Stromausfall nicht — sie ist selbst darauf angewiesen. Das gilt auch für die meisten Gas- und Ölheizungen, deren Pumpen und Steuerung Strom brauchen.

Wer für diesen Fall vorsorgen möchte, kommt an einem Ofen mit fester Brennstoffversorgung nicht vorbei. Gas- oder Petroleumheizgeräte in Innenräumen sind wegen der Abgase gefährlich und für Wohnräume nicht zugelassen.

Sinnvoller ist meist, sich auf einen Raum zu beschränken, warme Kleidung und Decken bereitzuhalten und Türen zu schließen.

Der Anschluss

Steckerfertige Geräte bis 3.500 Watt lassen sich an eine normale Schuko-Steckdose anschließen. Darüber ist ein Starkstromanschluss nötig — das betrifft etwa Durchlauferhitzer und leistungsstarke Konvektoren.

Zu beachten ist die Absicherung des Stromkreises. Ein Stromkreis mit 16 Ampere trägt rund 3.500 Watt; laufen daran gleichzeitig ein Heizgerät und ein Wasserkocher, fliegt die Sicherung.

In Altbauten mit alter Elektroinstallation sollte man zusätzlich prüfen, ob die Leitungen für Dauerlast ausgelegt sind. Warme Steckdosen oder Verlängerungskabel sind ein Warnzeichen und gehören sofort abgeklemmt.

Fest installiert oder mobil

Mobile Geräte haben den Vorteil, dass sie dort stehen, wo Wärme gebraucht wird, und außerhalb der Saison verschwinden.

Fest installierte Konvektoren und Infrarotpaneele sind unauffälliger und lassen sich in die Haussteuerung einbinden. Ihre Montage sollte eine Elektrofachkraft übernehmen, besonders in Badezimmern mit ihren Schutzbereichen.

Für Bäder gilt: Geräte müssen für den jeweiligen Schutzbereich zugelassen sein. Ein normaler Heizlüfter neben der Dusche ist gefährlich.

Häufige Fragen

Welche elektrische Heizung ist am sparsamsten?

Keine – alle haben denselben Wirkungsgrad.

Ist Infrarot günstiger?

Nicht im Verbrauch, aber die Wärme wird als angenehmer empfunden.

Wie viel Leistung braucht ein Raum?

Etwa 60 bis 100 Watt je Quadratmeter.

Was kostet ein Betriebstag?

Leistung mal Stunden mal Strompreis.

Darf man nachts durchlaufen lassen?

Nein, aus Brandschutzgründen nicht.

Eignen sich Mehrfachsteckdosen?

Nein, die Leistung ist zu hoch.

Wann lohnt sich elektrisches Heizen?

In selten genutzten Räumen und in der Übergangszeit.

Was ist die bessere Alternative?

Die vorhandene Heizung instand setzen und abgleichen.

Spart Infrarot wirklich?

Indirekt, weil man die Lufttemperatur niedriger einstellen kann.

Hilft eine Elektroheizung bei Stromausfall?

Nein, sie braucht selbst Strom.

Wie viel Leistung verträgt eine Steckdose?

Etwa 3.500 Watt bei 16 Ampere Absicherung.

Darf ein Heizlüfter ins Bad?

Nur Geräte, die für den Schutzbereich zugelassen sind.

Quellen

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