Kurzantwort: Eine Dachschräge verkleidest du mit Gipskarton in vier Schritten: Dämmung einlegen, Dampfbremse luftdicht verkleben, Unterkonstruktion aus Latten oder CD-Profilen quer zu den Sparren setzen, Platten quer zur Lattung anschrauben. Bei 12,5 mm dicken Platten darf der Achsabstand der Lattung höchstens 50 cm betragen, die Schrauben sitzen an der Schräge alle 25 cm und an der Decke alle 17 cm. Danach Fugen mit Bewehrungsstreifen verspachteln, schleifen, grundieren.
Gipskarton heißt seit der europäischen Normung offiziell Gipsplatte. Viele sagen Rigips dazu, das ist aber ein Markenname: Die ersten Platten auf dem europäischen Festland kamen ab 1938 aus Riga, daher der Name. Für die Arbeit an der Dachschräge spielt das keine Rolle, jede Gipsplatte nach DIN EN 520 funktioniert gleich.
Der Reihenfolge nach geht es um drei Dinge: was hinter die Platte muss, wie die Unterkonstruktion sitzt und wie du schraubst und spachtelst, damit später keine Risse durchkommen. Die Zahlen in diesem Artikel stammen aus den Verarbeitungsanleitungen eines Plattenherstellers, aus der Fachliteratur zu Gipsplatten und aus dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), Stand 11. September 2026.
Erst Dämmung und Dampfbremse, dann die Platte
Die Gipsplatte ist die letzte Schicht. Vorher liegt die Dämmung zwischen den Sparren, und darunter kommt die Dampfbremse. Sie hält Wasserdampf aus der Raumluft von der kalten Dachkonstruktion fern und bildet zugleich die Luftdichtheitsschicht. Überlappungen und Anschlüsse an Wände, Pfetten und Fenster müssen verklebt sein. Jede undichte Stelle lässt warme, feuchte Luft in den Aufbau, dort kühlt sie ab und kondensiert.
Wer die Dämmung dabei neu einbaut oder erneuert, unterliegt § 36 GModG. Anlage 7 des Gesetzes verlangt für Dachflächen von Wohngebäuden einen U-Wert von höchstens 0,24 W/(m²·K). Reicht die Sparrenhöhe dafür nicht, gilt die Anforderung als erfüllt, wenn die höchstmögliche Dämmdicke mit einem Dämmstoff der Wärmeleitfähigkeit 0,035 W/(m·K) eingebaut wird. Eine Untersparrendämmung zwischen den Latten der Unterkonstruktion schafft zusätzliche Zentimeter.
Die Unterkonstruktion: Holzlatten oder CD-Profile
Platten unter 20 mm Dicke gehören nicht direkt an die Sparren. Sparren sind selten in einer Flucht, und Holz arbeitet. Deshalb kommt eine Unterkonstruktion dazwischen, entweder Holzlatten oder verzinkte CD-Profile 60/27. Metallprofile verziehen sich nicht bei Feuchte, Holz ist günstiger und lässt sich mit Grobgewindeschrauben befestigen.
Die Latten oder Profile laufen quer zu den Sparren. Ihr Achsabstand richtet sich nach der Plattenlänge, die Plattenenden müssen mittig auf einer Latte liegen. Bei 12,5-mm-Platten darf der Abstand höchstens 50 cm betragen. Befestigt wird mit Direktabhängern, bei Metallprofilen höchstens alle 100 cm, bei Holzlatten alle 85 cm. Die Abhänger gleichen Unebenheiten der Sparren aus. Richte die erste Latte am Kniestock mit dem Laser aus, alle weiteren folgen dieser Flucht.
An der Decke gilt derselbe Aufbau. Für Abhänger, die auf Zug belastet werden, sind Metalldübel Pflicht. Kunststoffdübel schmelzen im Brandfall, die Decke käme herunter.
Welche Platte an die Schräge gehört
Standard ist die 12,5 mm dicke Bauplatte, Typ A nach DIN EN 520. Sie wiegt etwa 8 kg je Quadratmeter, bei einer Rohdichte von 600 bis 650 kg/m³. Übliche Breiten liegen zwischen 600 und 1.250 mm, Längen zwischen 2.000 und 4.000 mm in Schritten von 250 mm. Für die Arbeit allein gibt es die Ein-Mann-Platte mit 2.000 × 600 mm.
- GKB (Typ A): für Wohnräume, Baustoffklasse A2-s1,d0
- GKBI (Typ H): imprägniert, grün, für Bad und Küche
- GKF (Typ F): Feuerschutzplatte mit Fasern im Kern, wenn die Decke eine Feuerwiderstandsklasse braucht
Zum Zuschnitt ritzt du den Karton mit dem Cuttermesser, brichst die Platte über eine Kante und schneidest den zweiten Karton durch. Schnittkanten an Stößen leicht anfasen, sonst bleibt der Spachtel nicht.
Schrauben: Abstände und Versatz
Die Platten liegen quer zur Lattung. Schnellbauschrauben mit Grobgewinde gehören in Holz, mit Feingewinde in Metallprofile. Sie sind phosphatiert, damit der Gips nicht verfärbt. Der Schraubenkopf sitzt knapp unter der Oberfläche, ohne den Karton zu durchstoßen.
Abstände laut Verarbeitungsanleitung: an der Schräge höchstens 25 cm, an der Decke höchstens 17 cm. Querstöße versetzt du um mindestens eine Lattenreihe, bei doppelter Beplankung um mindestens 40 cm. Kreuzfugen vermeidest du, dort reißt es zuerst. Beginne oben am Kehlbalken und arbeite nach unten, dann trägt jede Platte die nächste mit.
Fugen, Anschlüsse, Oberfläche
Die Längskanten sind werkseitig abgeflacht. Dort legst du Bewehrungsstreifen aus Glasfaservlies oder Gitterband ein, etwa 6 cm breit, und spachtelst zwei- bis dreimal. Schnittkanten ohne Abflachung brauchen den Streifen erst recht. Nach dem Trocknen schleifen, mit Staubmaske.
Anschlüsse an Giebelwand, Kniestock und Fenster sind die Schwachstellen. Klebe einen Trennstreifen aus Schaumstoff auf das angrenzende Bauteil, spachtele dagegen und schneide den Überstand ab. Acryl in der Fuge altert und reißt unkontrolliert, der Trennstreifen führt den Riss sauber. Außenecken bekommen ein Eckprofil aus Aluminium. Vor dem Tapezieren grundieren, sonst reißt beim nächsten Tapetenwechsel der Karton mit ab.
Die fünf häufigsten Fehler
- Dampfbremse nicht verklebt oder beim Schrauben durchstoßen
- Lattenabstand über 50 cm, die Platte hängt durch
- Platte direkt auf die Sparren, Risse nach dem ersten Winter
- Kreuzfugen statt versetzter Stöße
- Kunststoffdübel für Abhänger an der Decke
Häufige Fragen
Gipskarton oder Rigips, was ist der Unterschied?
Keiner. Rigips ist ein Hersteller- und Produktname, der zum Gattungsbegriff geworden ist. Die Norm nennt das Produkt Gipsplatte.
Kann ich die Platten direkt an die Sparren schrauben?
Ein Hersteller bietet das als System an, empfohlen ist es für Platten unter 20 mm nicht. Unebene Sparren geben Risse, eine Lattung oder Abhänger gleichen das aus.
Welche Schrauben brauche ich?
Schnellbauschrauben: Grobgewinde für Holzlatten, Feingewinde für CD-Profile. Für 12,5 mm Platten auf Holzlatten sind 35 mm Länge üblich.
Brauche ich eine Dampfbremse?
Ja, unterhalb der Dämmung, luftdicht verklebt. Ohne sie kondensiert Raumfeuchte in der Dachkonstruktion.
Wie viel Dämmung muss rein?
Bei neuer Dämmung höchstens 0,24 W/(m²·K) nach Anlage 7 GModG. Bei begrenzter Sparrenhöhe reicht die höchstmögliche Dicke mit einem 035er-Dämmstoff.
Wann darf ich streichen?
Etwa einen Tag nach dem letzten Spachtelgang, wenn die Fugen durchgetrocknet sind, nach Grundierung.
Quellen
- Wikipedia: Gipskarton
- Knauf: Dachgeschossausbau, Unterkonstruktion erstellen
- Knauf: Dachgeschossausbau, Dämmen und Beplanken
- Anlage 7 GModG: Höchstwerte der Wärmedurchgangskoeffizienten
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Geschrieben von Jonas, Redaktion hausbauoase.de — er schreibt hier über Bauen, Dämmen und die Zahlen dahinter.

