Messung der Raumtemperatur: So gelingt sie richtig

Veröffentlicht am 29.09.2026 · Lesezeit 5 Min.

Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten

Für eine genaue Messung der Raumtemperatur gehört das Thermometer in die Raummitte, auf Sitz- oder Stehhöhe und weg von Heizkörper, Fenster und Sonne. Die Arbeitsstättenregel ASR A3.5 nennt dafür 0,6 Meter Höhe für sitzende und 1,1 Meter für stehende Tätigkeiten. Nach einer kurzen Anpassungszeit zeigt das Gerät einen verlässlichen Wert.

Kurzantwort: Raumtemperatur misst man am besten mitten im Raum auf etwa 0,6 bis 1,1 Meter Höhe. Das Thermometer darf nicht an der Außenwand, am Heizkörper oder in der Sonne hängen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Messhöhe: 0,6 m im Sitzen, 1,1 m im Stehen (ASR A3.5).
  • Richtwert Wohnzimmer laut Umweltbundesamt: höchstens 20 °C.
  • Küche 18 °C, Schlafzimmer 17 °C.
  • Messfehler entstehen vor allem durch Sonne, Heizkörper und Außenwände.

Raumtemperatur richtig messen: Schritt für Schritt

Eine gute Messung braucht kein teures Gerät. Wichtiger ist der richtige Ort. So gelingt es:

  • Schritt 1 – Ort wählen: Das Thermometer kommt in die Mitte des Raumes oder an eine Innenwand. Dort hält man sich meist auf.
  • Schritt 2 – Höhe festlegen: Im Wohnzimmer passt Sitzhöhe, also etwa 0,6 Meter. In der Küche passt eher Stehhöhe von etwa 1,1 Metern.
  • Schritt 3 – Störquellen meiden: Genug Abstand zu Heizkörper, Ofen, Fernseher und Fenster halten. Direkte Sonne verfälscht jeden Wert.
  • Schritt 4 – Warten: Das Gerät braucht nach dem Aufstellen Zeit, um sich anzupassen. Erst dann ist der Wert stabil.
  • Schritt 5 – Mehrmals messen: Morgens, mittags und abends ablesen. So zeigt sich, wie stark die Temperatur schwankt.

Die richtige Messhöhe nach Arbeitsstättenregel

Für Wohnungen gibt es keine feste Messvorschrift. Für Arbeitsplätze regelt das die Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A3.5 „Raumtemperatur“. Das Landesportal KomNet NRW zitiert daraus den genauen Wortlaut.

Danach misst ein strahlungsgeschütztes Thermometer die Lufttemperatur in Grad Celsius. Die Messgenauigkeit soll bei plus oder minus 0,5 Grad liegen. Bei sitzender Tätigkeit erfolgt die Messung in 0,6 Metern Höhe. Bei stehender Tätigkeit liegt die Messhöhe bei 1,1 Metern über dem Fußboden.

Diese Werte eignen sich gut als Orientierung für zu Hause. Sie treffen die Höhe, in der sich der Körper meist aufhält. Die Luft am Boden ist oft kühler, die Luft unter der Decke wärmer.

Kurzantwort: Die ASR A3.5 schreibt 0,6 Meter für sitzende und 1,1 Meter für stehende Arbeit vor. Diese Höhen passen auch für die Messung in der Wohnung.

Typische Fehler bei der Messung der Raumtemperatur

Viele Messwerte sind falsch, weil das Thermometer am falschen Platz hängt. Die häufigsten Fehler zeigt diese Tabelle.

Fehler Folge
Thermometer an der Außenwand Wert zu niedrig, besonders im Winter
Thermometer über dem Heizkörper Wert zu hoch
Direkte Sonne auf dem Gerät Wert deutlich zu hoch
Neben Fernseher oder Kühlschrank Abwärme verfälscht den Wert
Direkt am Fenster Zugluft und Kälte senken den Wert
Sofort nach dem Aufstellen abgelesen Gerät hat sich noch nicht angepasst

Auch der Thermostatkopf am Heizkörper misst nicht exakt die Raumtemperatur. Er sitzt nah an der Wärmequelle und oft hinter Vorhängen. Mehr zur Bedienung steht im Beitrag über Thermostate an der Heizung.

Welches Thermometer eignet sich?

Für die Wohnung reichen einfache Geräte. Wichtig ist eine gute Ablesegenauigkeit.

  • Digitales Thermometer: Günstig und leicht abzulesen. Viele zeigen auch die Luftfeuchtigkeit an.
  • Thermo-Hygrometer: Misst Temperatur und Luftfeuchte zugleich. Das hilft beim Lüften und gegen Schimmel.
  • Funk-Wetterstation: Zeigt Innen- und Außentemperatur. So lässt sich der Unterschied gut vergleichen.
  • Smarte Sensoren: Speichern Verläufe über Tage. Sie zeigen, wann Räume auskühlen.

Zwei Geräte im selben Raum zeigen oft leicht verschiedene Werte. Ein kurzer Vergleich nebeneinander zeigt, ob eines deutlich abweicht.

Richtwerte: Welche Raumtemperatur ist ideal?

Das Umweltbundesamt empfiehlt im Wohnbereich höchstens 20 Grad, sofern das als behaglich empfunden wird. Jedes Grad weniger spart Heizenergie. Für andere Räume nennt die Behörde niedrigere Werte.

Raum Empfehlung Umweltbundesamt
Wohnbereich höchstens 20 °C
Küche 18 °C
Schlafzimmer 17 °C
Nachts oder bei einigen Stunden Abwesenheit etwa 18 °C
Abwesenheit von wenigen Tagen 15 °C

Am Thermostatventil entspricht laut Umweltbundesamt meist Stufe 3 etwa 20 Grad. Die gefühlte Wärme hängt zudem von den Oberflächen ab. Kalte Wände und Fenster lassen einen Raum kühler wirken, als das Thermometer anzeigt.

Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit zusammen prüfen

Temperatur und Luftfeuchte hängen eng zusammen. Das Umweltbundesamt erklärt: Kühlere Luft kann weniger Feuchtigkeit aufnehmen. Je kühler ein Raum ist, desto öfter muss man deshalb lüften.

In einem Vierpersonenhaushalt gelangen laut Umweltbundesamt täglich etwa zwölf Liter Wasser in die Raumluft. Das kommt vom Atmen, Duschen, Kochen und Waschen. Die Behörde rät zum Stoßlüften: mehrmals täglich die Fenster fünf Minuten ganz öffnen. Hilfreiche Werte stehen im Beitrag zur Luftfeuchtigkeit in Räumen.

Fazit

Für eine genaue Messung der Raumtemperatur zählt vor allem der richtige Ort. Das Thermometer gehört in die Raummitte, auf 0,6 bis 1,1 Meter Höhe und weg von Wärme- und Kältequellen. Nach einer kurzen Wartezeit ist der Wert verlässlich. Als Richtwert nennt das Umweltbundesamt höchstens 20 Grad im Wohnbereich. Wer zugleich die Luftfeuchte prüft, beugt auch Schimmel vor.

FAQ – Häufige Fragen

Wo misst man die Raumtemperatur am besten?

In der Raummitte oder an einer Innenwand. Der Platz sollte weit weg von Heizkörper, Fenster und Sonne liegen.

In welcher Höhe misst man die Raumtemperatur?

Die ASR A3.5 nennt 0,6 Meter für sitzende und 1,1 Meter für stehende Tätigkeiten.

Warum zeigt das Thermostat eine andere Temperatur?

Der Thermostatkopf sitzt direkt an der Wärmequelle. Er misst deshalb nicht die Temperatur im ganzen Raum.

Wie genau muss ein Raumthermometer sein?

Für Arbeitsstätten soll die Genauigkeit laut ASR A3.5 bei plus oder minus 0,5 Grad liegen.

Welche Temperatur empfiehlt das Umweltbundesamt?

Im Wohnbereich höchstens 20 Grad, in der Küche 18 Grad und im Schlafzimmer 17 Grad.

Darf das Thermometer an der Außenwand hängen?

Besser nicht. Die Außenwand ist im Winter kalt und senkt den Messwert.

Welche Mindesttemperatur gilt im Büro?

Für leichte Arbeit im Sitzen nennt die ASR A3.5 mindestens 20 Grad.

Welche Höchsttemperatur gilt im Büro?

Laut ASR A3.5 soll die Lufttemperatur in Arbeitsräumen 26 Grad nicht überschreiten.

Wie oft sollte man die Raumtemperatur messen?

Mehrmals am Tag zu verschiedenen Zeiten. So werden Schwankungen sichtbar.

Braucht man ein Hygrometer zusätzlich?

Es ist sinnvoll. Temperatur und Luftfeuchte zusammen zeigen, ob genug gelüftet wird.

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Quellen

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