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Kurzantwort: Unter einem schwimmenden Estrich hat die Dämmung zwei Aufgaben: Trittschall schlucken und Wärme halten. Trittschallplatten vom Typ DES sind weich, mit einer dynamischen Steifigkeit von 15 bis 30 MN/m³ und 2 bis 5 mm Zusammendrückbarkeit. Wärmedämmplatten vom Typ DEO sind steif. Über einer Kellerdecke verlangt Anlage 7 des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG, bis Juli 2026 GEG) beim neuen Fußbodenaufbau U ≤ 0,50 W/(m²·K), das sind rund 7 cm EPS 035. Ein Zementestrich der Klasse F4 braucht darauf mindestens 45 mm.
Ein schwimmender Estrich liegt auf einer Dämmschicht und berührt keine Wand. Die Dämmschicht entscheidet darüber, ob die Nachbarn unter dir jeden Schritt hören und ob die Wärme durch die Kellerdecke verschwindet.
Welche Platte du brauchst, hängt davon ab, was unter der Decke liegt. Über einem beheizten Raum reicht die Trittschalldämmung. Über dem Keller, der Garage oder dem Erdreich kommt die Wärmedämmung dazu, und für die gibt es einen Gesetzeswert.
Trittschalldämmung oder Wärmedämmung: zwei Aufgaben
DIN 4108-10 trennt die beiden Aufgaben mit zwei Kurzzeichen. Der Industrieverband Hartschaum (IVH) beschreibt sie so: DEO ist die „oberseitige Dämmung der Bodenplatte oder Geschossdecke unter Estrich, ohne Schallschutzanforderungen“. DES ist dieselbe Lage „mit Schallschutzanforderungen“.
Bei DEO steht die Druckbelastbarkeit dahinter: dm für 100 kPa, dh für 150 kPa, ds für 200 kPa. Bei DES steht die Zusammendrückbarkeit dahinter: sh bis 5 mm für Trittschalldämmung unter Betonestrich im Wohnbereich, sm bis 3 mm für Trockenestrich, sg bis 2 mm für sehr hohe Flächenlasten.
Eine Trittschallplatte muss weich sein, damit sie den Estrich von der Decke entkoppelt. Eine Wärmedämmplatte muss steif sein, damit der Estrich nicht nachgibt. Deshalb liegen über der Kellerdecke oft zwei Lagen.
Die Kennwerte: s‘, CP und ΔLw
Drei Zahlen aus dem Datenblatt sagen dir, was eine Trittschallplatte kann. Die dynamische Steifigkeit s‘ in MN/m³ beschreibt die Federwirkung, je niedriger, desto weicher die Platte. Die Zusammendrückbarkeit CP in Millimetern sagt, wie weit die Platte unter Last nachgibt. Das Trittschallverbesserungsmaß ΔLw in Dezibel beschreibt den Gewinn gegenüber der nackten Decke.
| Produkt | Material | λ in W/(m·K) | s‘ in MN/m³ | CP | Euroklasse |
|---|---|---|---|---|---|
| Bachl EPS 040 DES sg | EPS | 0,040 | 30 (15 bis 25 mm), 20 (30 bis 45 mm), 15 (50 bis 60 mm) | CP2 (2 mm) | E |
| Rockwool Floorrock Acoustic CP3 | Steinwolle | 0,035 | nicht im Datenblatt genannt | CP3 (3 mm) | A1 |
Die EPS-Platte erreicht laut Datenblatt 26 dB bei 15 bis 25 mm, 28 dB bei 30 bis 45 mm und 29 dB bei 50 bis 60 mm, jeweils mit hartem Belag. Beide Platten tragen Verkehrslasten bis 5 kN/m². Die Steinwolle ist nicht brennbar und mit 0,035 zugleich der bessere Wärmedämmstoff.
Was das Gesetz über der Kellerdecke verlangt
Anlage 7 des GModG regelt Außenbauteile und Bauteile gegen unbeheizte Räume oder Erdreich. Zeile 6c gilt für „Aufbau oder Erneuerung von Fußbodenaufbauten auf der beheizten Seite“ von Decken, die beheizte Räume nach unten zum Erdreich, zur Außenluft oder zu unbeheizten Räumen abgrenzen. Der Höchstwert liegt bei U = 0,50 W/(m²·K).
Dämmst du dieselbe Kellerdecke von unten, greift Zeile 6b mit 0,30. Für die Decke zwischen zwei beheizten Wohnungen nennt Anlage 7 keinen Wert. Nach § 36 sind Änderungen ausgenommen, die nicht mehr als 10 Prozent der Fläche der Bauteilgruppe betreffen. Fußnote 1 erlaubt bei technisch begrenzter Aufbauhöhe die höchstmögliche Dicke mit λ 0,035 W/(m·K).
Dicke berechnen: d = λ / U
Die Faustformel d = λ / U ergibt für EPS 035 und U = 0,50: 0,035 / 0,50 = 0,07 m, also 7 cm. Mit PUR und λ 0,024 sind es 0,048 m, also 5 cm. Mit Steinwolle 0,035 wieder 7 cm.
Genauer rechnest du mit U = 1 / (Rsi + Σ d/λ + Rse). Bei Wärmestrom nach unten gelten Rsi = 0,17 und Rse = 0,04 m²·K/W, eine 20 cm dicke Betondecke bringt 0,20 / 2,1 = 0,095. Für U = 0,50 brauchst du 2,0 m²·K/W, abzüglich 0,305 bleiben 1,70 für die Dämmung. Mal 0,035 ergibt das 0,06 m, also 6 cm EPS.
Der Aufbau des schwimmenden Estrichs
Der Bundesverband Flächenheizungen (BVF) beschreibt in seiner Richtlinie 1 die Reihenfolge:
- Rohdecke: eben, trocken, ohne Erhebungen. Rohre auf der Decke werden befestigt und mit einer gebundenen Ausgleichsschicht überdeckt.
- Randdämmstreifen: an allen Wänden, Zargen und Rohren, von der Rohdecke bis über den fertigen Boden. Er muss 5 mm Bewegung zulassen und wird erst nach dem Belag abgeschnitten.
- Dämmschicht: dicht gestoßen, bei mehreren Lagen versetzt. Höchstens zwei Lagen dürfen aus Trittschallplatten bestehen. Bei einer Kombination liegt die Platte mit der geringeren Zusammendrückbarkeit oben.
- Abdeckung: PE-Folie von mindestens 0,15 mm, an den Stößen 80 mm überlappt. Sie hält den Mörtel aus den Fugen.
- Estrich: nach DIN 18560-2 mindestens 45 mm bei Zementestrich F4 und 40 mm bei F5, jeweils für Nutzlasten bis 2 kN/m².
DIN 18560-2 begrenzt die Zusammendrückbarkeit aller Dämmschichten zusammen: bis 3 kN/m² auf 5 mm, bis 5 kN/m² auf 3 mm. Gibt die Dämmung bis 10 mm nach, wird der Estrich 5 mm dicker. Bei einer Dämmschicht bis 40 mm darf er 5 mm dünner sein, aber nie unter 30 mm.
Kellerdecke oder Zwischengeschoss: zwei Aufbauten
Über der Kellerdecke muss der Aufbau beides leisten. Ein Beispiel: 50 mm EPS 035 DEO dh als Wärmedämmung unten, darauf 20 mm EPS 040 DES sg als Trittschalldämmung. Das ergibt R = 0,05 / 0,035 + 0,02 / 0,040 = 1,43 + 0,50 = 1,93 m²·K/W. Mit Rsi, Rse und Betondecke kommst du auf 2,23, also U = 0,45 W/(m²·K). Das erfüllt die 0,50 aus Anlage 7.
Der BVF weist auf einen Punkt hin, der oft vergessen wird: Gegen die nachstoßende Restfeuchte aus dem Betonunterboden braucht die Dämmung eine Feuchtigkeitssperre. Bei Trockenestrich auf Massivdecken darf sie nie fehlen.
Im Zwischengeschoss zwischen zwei beheizten Wohnungen zählt nur der Schall. Bei Holzbalkendecken muss laut BVF das Fachgewerk die Abdichtung gegen Feuchtewanderung planen.
Häufige Fragen
Kann ich Trittschalldämmung als Wärmedämmung nehmen?
Nur bedingt. EPS 040 DES sg dämmt mit λ 0,040, für U = 0,50 wären das 8 cm weiche Platte. Der BVF erlaubt höchstens zwei Lagen Trittschalldämmung, deshalb kombinierst du sie besser mit einer steifen DEO-Platte.
Welche Zusammendrückbarkeit ist erlaubt?
Nach DIN 18560-2 alle Lagen zusammen höchstens 5 mm bis 3 kN/m² und 3 mm bis 5 kN/m². Unter Heizestrich gilt nach Baunetzwissen ebenfalls die Grenze von 5 mm.
Wie dick muss der Estrich sein?
Zementestrich F4 mindestens 45 mm, F5 mindestens 40 mm bei Nutzlasten bis 2 kN/m². Bei Fußbodenheizung kommt bei Bauart A der Rohrdurchmesser dazu, und die Rohrüberdeckung muss 45 mm betragen.
Brauche ich über der Kellerdecke einen Gesetzeswert?
Ja, sobald du den Fußbodenaufbau erneuerst und mehr als 10 Prozent der Fläche betroffen sind: U ≤ 0,50 W/(m²·K) nach Anlage 7 Zeile 6c. Das entspricht rund 7 cm EPS 035.
Was bedeutet CP2 oder CP3?
Die Klasse der Zusammendrückbarkeit nach DIN EN 13163 beziehungsweise 13162. CP2 heißt höchstens 2 mm, CP3 höchstens 3 mm, CP5 höchstens 5 mm.
Quellen
- GModG Anlage 7: Höchstwerte der Wärmedurchgangskoeffizienten bei Änderung an bestehenden Gebäuden
- Bachl: Technische Daten EPS 040 DES sg (Stand April 2024)
- BVF-Richtlinie 1: Wärme- und Trittschalldämmung beheizter und gekühlter Fußbodenkonstruktionen
- Rockwool: Floorrock Acoustic CP3 Trittschalldämmplatte
Geschrieben von Jonas, Redaktion hausbauoase.de — er schreibt hier über Bauen, Dämmen und die Zahlen dahinter.







