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Kurzantwort: Eine Dachschräge verkleidest du mit Holz, indem du Profilbretter mit Nut und Feder auf eine Traglattung schraubst oder klammerst, die quer zu den Sparren läuft. Vorher liegt die Dämmung zwischen den Sparren und darunter eine luftdicht verklebte Dampfbremse. Das Holz lagerst du vorher ein bis zwei Wochen im Raum, damit es sich an die Raumfeuchte anpasst; in beheizten Räumen liegt die Ausgleichsfeuchte bei rund 11 Prozent, mit Zentralheizung unter 10 Prozent. Befestigt wird verdeckt in der Nut, an den Rändern bleibt eine Fuge unter der Abschlussleiste.
Holz an der Dachschräge ist die ältere Lösung als Gipskarton, und sie hat zwei Vorteile: Die Bretter tragen sich selbst über größere Lattenabstände, und du sparst dir Spachteln und Schleifen. Der Preis dafür ist ein Material, das mit der Luftfeuchte arbeitet. Wer das einplant, bekommt eine Fläche ohne Fugen und Risse.
Dieser Artikel geht die Schritte in der Reihenfolge durch, in der sie an der Schräge anfallen: Brettwahl, Dämmung und Dampfbremse, Lattung, Akklimatisieren, Montage, Brandschutz. Die Zahlen stammen aus dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), aus Fachartikeln zu Holzfeuchte und Brandverhalten und aus der Verarbeitungsanleitung eines Trockenbauherstellers, Stand 11. September 2026.
Welche Bretter an die Schräge passen
Üblich sind Profilbretter aus Fichte oder Tanne mit Nut und Feder. Bei der Spundung ist die Feder direkt am Brett angearbeitet, die Gegenseite hat die Nut, beide stecken ineinander. An der Sichtseite ist die Feder oft breiter ausgeführt, so bleibt eine dekorative Schattenfuge zwischen den Brettern. Beim Blockhausprofil ist die Fläche einseitig gewölbt, die Wand sieht dann nach gestapelten Balken aus.
Für Wand und Decke sind die Bretter meist 12 bis 20 mm dick. Dünnere Bretter sind leichter und billiger, brauchen aber engere Lattenabstände. Die Feder ist zu dünn, um Biegekräfte zu übertragen; sie hält nur die Bretter in einer Ebene. Das Gewicht trägt die Lattung, deshalb muss jedes Brett auf jeder Latte befestigt sein.
Dämmung und Dampfbremse kommen zuerst
Die Holzverkleidung ist offen für Wasserdampf. Ohne Dampfbremse wandert Raumfeuchte durch die Bretter in die Dämmung und kondensiert an der kalten Seite. Die Bahn liegt raumseitig unter der Dämmung, Überlappungen und Anschlüsse an Giebel, Pfetten und Fenster sind verklebt. Sie ist zugleich die Luftdichtheitsschicht; jedes Loch, auch das einer Schraube, gehört abgeklebt.
Baust du die Dämmung neu ein, greift § 36 GModG mit Anlage 7: Dachflächen von Wohngebäuden dürfen höchstens 0,24 W/(m²·K) haben. Reicht die Sparrenhöhe dafür nicht, gilt die höchstmögliche Dicke mit einem Dämmstoff der Wärmeleitfähigkeit 0,035 W/(m·K) als ausreichend. Der Hohlraum zwischen den Latten nimmt eine zusätzliche Untersparrendämmung auf.
Die Lattung: Konterlattung und Abstände
Die Bretter laufen entweder quer zur Schräge oder von der Traufe zum First. Die Traglattung liegt immer im rechten Winkel zur Brettrichtung. Bei Brettern quer zur Schräge liegen die Latten also auf den Sparren, in Sparrenrichtung. Bei senkrechten Brettern brauchst du eine Kreuzlattung: eine Grundlattung quer zu den Sparren und darauf die Traglattung.
Die Kreuzlattung hat drei weitere Aufgaben. Sie gleicht Höhenunterschiede der Sparren aus, sie schafft Raum für Leitungen und Dämmung, und sie entkoppelt die Verkleidung von Spannungen, die beim Drehen und Verwinden der Sparren entstehen. Ein Lattenabstand von rund 50 cm ist für Profilbretter üblich; ein Brettende muss immer auf einer Latte liegen. Die erste Latte richtest du am Kniestock mit dem Laser aus, alle weiteren folgen dieser Flucht.
Holz akklimatisieren, sonst arbeitet die Wand
Holz schwindet und quillt, bis es die Ausgleichsfeuchte seiner Umgebung erreicht hat. Im Freien gelagertes Holz liegt bei 15 bis 18 Prozent Holzfeuchte. In mäßig beheizten Innenräumen stellt sich rund 11 Prozent ein, mit Zentralheizung und Fußbodenheizung unter 10 Prozent. Ein Brett vom Außenlager verliert also nach dem Einbau mehrere Prozent Feuchte und schwindet quer zur Faser.
Deshalb lagerst du die Pakete geöffnet ein bis zwei Wochen im Raum, der später beheizt wird. In Längsrichtung schwindet Holz kaum, quer dazu deutlich. Eine Fuge an den Rändern, die später eine Leiste abdeckt, gibt der Fläche Platz zum Arbeiten. Bretter dicht an die Giebelwand zu pressen, endet mit einer aufgewölbten Fläche im ersten Winter.
Montage Schritt für Schritt
- Das erste Brett mit der Nut zur Wand ausrichten, mit Wasserwaage oder Laser prüfen, mit Anfangsklammern verdeckt befestigen.
- Jedes weitere Brett mit Schlagklotz und Hammer einschieben, in der Nut mit Profilholzklammern oder schräg eingedrehten Schrauben auf jeder Latte fixieren.
- Öffnungen für Steckdosen und Spots vor der Montage mit der Lochsäge schneiden.
- Das letzte Brett auf Breite schneiden, sichtbar schrauben, Schrauben unter der Leiste verstecken.
- Abschlussleisten an Giebel, Kniestock und Fensterlaibungen setzen.
In Bad oder Küche montierst du senkrecht, damit Kondenswasser abläuft, und mit Hinterlüftung: Die Lattung bekommt Ausklinkungen oder Distanzplättchen, unten und oben bleibt die Fläche offen. Bei waagerechter Montage zeigt die Nut nach unten, sonst sammelt sich Wasser darin.
Brandschutz und Oberfläche
Holz ab bestimmten Abmessungen ist nach DIN 4102-1 normalentflammbar, Klasse B2. Die Musterbauordnung erlaubt normalentflammbare Baustoffe im Innenausbau; verboten sind nur leichtentflammbare. Ab Klasse B2 unterhält sich ein Brand selbst, auch wenn die Zündquelle wegfällt. Für Wohnungstrenndecken und Fluchtwege können Landesbauordnungen mehr verlangen, dann hilft eine Gipsplatte hinter dem Holz.
Unbehandelte Fichte dunkelt mit den Jahren nach. Öl, Wachs oder eine Lasur halten die Oberfläche offen für Feuchteausgleich; ein deckender Lack schließt sie. Vor dem Einbau behandeln ist einfacher als an der Schräge über Kopf.
Häufige Fragen
Brauche ich unter Holz eine Dampfbremse?
Ja. Holz ist diffusionsoffen, Raumfeuchte gelangt sonst in die Dämmung und kondensiert dort.
Wie groß darf der Lattenabstand sein?
Rund 50 cm sind üblich. Brettenden liegen immer auf einer Latte, jedes Brett wird auf jeder Latte befestigt.
Wie lange muss das Holz im Raum liegen?
Ein bis zwei Wochen, geöffnet, im später beheizten Raum. Ziel ist die Ausgleichsfeuchte von rund 11 Prozent, mit Zentralheizung unter 10 Prozent.
Quer oder längs zur Schräge?
Quer wirkt der Raum breiter, längs höher. Quer reicht eine Lattung auf den Sparren, längs brauchst du eine Kreuzlattung.
Ist Holz an der Decke ein Brandschutzproblem?
In Wohnräumen nicht, Holz gilt als normalentflammbar und ist zulässig. Anforderungen an Feuerwiderstand erfüllt eine Gipsplatte hinter dem Holz.
Kann ich Holz auf alten Gipskarton schrauben?
Nur mit einer Lattung, die in den Sparren oder der alten Unterkonstruktion verankert ist. Gipsplatten tragen keine Bretter.
Quellen
- Wikipedia: Holzfeuchte
- Wikipedia: Nut-Feder-Verbindung
- Wikipedia: Brandverhalten
- Anlage 7 GModG: Höchstwerte der Wärmedurchgangskoeffizienten
Das passt dazu
Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:
- Dachschräge mit Laser ausrichten: Lattung in die Flucht bringen
- Dachschräge mit Gipskarton verkleiden: Aufbau, Abstände, Fugen
- Dachschräge TV-Halterung: Welche Montage an der Schräge hält
Geschrieben von Jonas, Redaktion hausbauoase.de — er schreibt hier über Bauen, Dämmen und die Zahlen dahinter.






