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Kurzantwort: Die CM-Messung bestimmt die Restfeuchte im Estrich mit Calciumcarbid. Eine Probe aus der unteren Hälfte des Estrichs wird zerkleinert, 50 g (Zement- oder Magnesiaestrich) oder 100 g (Calciumsulfatestrich) kommen mit Stahlkugeln und einer Carbid-Ampulle in einen Druckbehälter. Nach 10 Minuten zeigt das Manometer den Feuchtegehalt in CM-%. Belegreif ist Zementestrich bei höchstens 2,0 CM-%, als Heizestrich bei 1,8 CM-%. Calciumsulfatestrich muss 0,5 CM-% erreichen, beheizt 0,3 CM-%. Die Messung macht der Boden- oder Parkettleger vor dem Verlegen.
Ein Estrich trocknet von oben nach unten. Die Oberfläche fühlt sich nach zwei Wochen trocken an, unten steckt noch Wasser. Wer dann Parkett, Vinyl oder Fliesen verlegt, riskiert Aufwölbungen, gelöste Klebstoffe und Schimmel unter dem Belag. Deshalb schreiben die Vertragsnormen DIN 18365 (Bodenbelagarbeiten) und DIN 18356 (Parkettarbeiten) vor, dass der Verleger Bedenken anmelden muss, wenn der Untergrund nicht genügend trocken ist.
Die Calciumcarbid-Methode, kurz CM-Messung, ist in Deutschland das anerkannte Baustellenverfahren dafür. Fünf Verbände des Boden- und Parkettlegerhandwerks und der Klebstoffindustrie (ZVPF, ZVR, BSR, BVFGB und TKB im IVK) haben am 20. Dezember 2013 in einer gemeinsamen Stellungnahme Ablauf und Richtwerte als Stand der Technik festgeschrieben.
Das Prinzip: Wasser wird zu Gasdruck
Calciumcarbid reagiert mit Wasser zu Calciumhydroxid und Acetylen: CaC₂ + 2 H₂O → Ca(OH)₂ + C₂H₂. Im geschlossenen Druckbehälter steigt der Druck proportional zur Wassermenge in der Probe. Das Manometer ist direkt in CM-% skaliert, alternativ liest du den Druck ab und rechnest über eine Tabelle um. Wikipedia nennt für das Verfahren Messabweichungen von plus/minus 1 bis 3 Prozent der vorhandenen Feuchte.
Ablauf Schritt für Schritt
Die Arbeitsanweisung stammt aus dem Protokoll P6 der Schnittstellenkoordination des Bundesverbands Flächenheizungen und Flächenkühlungen (BVF).
Vorbereitung
Das CM-Gerät wird auf Dichtheit geprüft, notfalls mit einer Prüfampulle, die Gummidichtung bei Bedarf erneuert. Saubere Stahlkugeln, Waage, Schale, Hammer, Löffel und zwei PE-Beutel liegen bereit. Das Protokoll enthält Baustelle, Stockwerk, Raum, Datum, Prüfer und Ergebnis.
Probe entnehmen
Die Verbände empfehlen seit 2013, das Prüfgut gleichmäßig über die untere Hälfte der Estrichdicke zu entnehmen, weil dort die Feuchte am höchsten ist. DIN 18560-1 nennt die Durchschnittsprobe über den ganzen Querschnitt; das BVF-Protokoll verweist deshalb auf die Herstellerangaben. Bei dicken oder festen Estrichen hilft ein elektrisches Stemmgerät. Du arbeitest schnell, mit Handschuhen, ohne Sonne und Zugluft, damit die Probe weder Feuchte verliert noch aufnimmt.
Zerkleinern, wiegen, messen
Die Probe wird im Beutel auf unter 10 mm Körnung zerkleinert und durch Umfüllen in den zweiten Beutel homogenisiert. Eingewogen werden 100 g bei Calciumsulfatestrich, 50 g bei Zement- und Magnesiaestrich. Prüfgut und Kugeln kommen in den Behälter, dann die Carbid-Ampulle bei schräg gehaltenem Gerät. Nach dem Verschließen 2 Minuten kräftig schütteln, bis die Kugeln das Prüfgut vollständig zerkleinert haben. Nach 5 Minuten eine weitere Minute schütteln. Nach 10 Minuten kurz aufschütteln und den Wert ablesen. Bei Calciumsulfatestrich steigt der Druck danach weiter, das ist chemisch gebundenes Wasser und zählt nicht.
Zum Schluss prüfst du das Prüfgut: Ist es nicht vollständig zerkleinert, wiederholst du die Messung mit feiner zerkleinerter Probe. Beim Neutralisieren des Carbidrests mit Wasser entsteht brennbares Acetylen, deshalb Schutzbrille tragen.
Die Grenzwerte für die Belegreife
| Estrichart | Unbeheizt | Heizestrich |
|---|---|---|
| Zementestrich (CT) | ≤ 2,0 CM-% | ≤ 1,8 CM-% |
| Calciumsulfatestrich und Calciumsulfat-Fließestrich (CA) | ≤ 0,5 CM-% | ≤ 0,3 CM-% |
Die Werte stammen aus der Verbändestellungnahme von 2013. Heizestriche haben strengere Grenzen. Wikipedia zitiert eine Studie von 2012, nach der der Grenzwert von 2 CM-% bei Zementestrichen nicht zuverlässig zwischen belegreif und zu feucht trennt. Bei dichten elastischen Belägen weisen auch die Verbände auf diese Unsicherheit hin. Im Zweifel misst du an einer weiteren Stelle oder ergänzend mit der KRL-Methode, die die relative Luftfeuchte im Bohrloch bestimmt.
Wo, wann und wie oft gemessen wird
Bei Heizestrichen legt der Heizungsplaner die Messstellen im Plan fest: an der dicksten Estrichstelle, bei den ungünstigsten Lüftungsbedingungen und der geringsten Heizleistung. Pro Raum ist mindestens eine Messstelle vorgesehen, bei Räumen über 50 m² mehr, bei großen Flächen drei je 200 m². Im Umkreis von 10 cm um die Messstelle darf kein Heizrohr liegen. Der Estrichleger markiert die Stellen, der Bodenleger stemmt nur dort. Wikipedia nennt für Zementestrich den 28. Tag als frühesten Termin für die erste Messung. Vor dem Aufstemmen kann eine Folienprüfung oder ein elektronisches Gerät zeigen, ob sich die CM-Messung schon lohnt. Bei Fußbodenheizung erfolgt die maßgebende Messung nach dem Belegreifheizen am erkalteten Estrich.
Wer misst und wer haftet
Der Boden- oder Parkettleger führt die Messung durch und teilt den CM-Wert dem Auftraggeber mit. Der Auftraggeber schuldet zum Verlegetermin einen belegreifen Estrich. Weil der Verleger Zusammensetzung und Einbau des Estrichs nicht kennt, stellen beide die Belegreife gemeinsam fest, bei Bedarf mit dem Estrichhersteller. Liegt der Wert über der Grenze, meldet der Verleger schriftlich Bedenken an. Verlegt er trotzdem, trägt er das Risiko. Eine neutrale Preisangabe für eine CM-Messung gibt es in den geprüften Quellen nicht; sie steht als Position im Angebot des Bodenlegers.
Typische Fehler
Die Probe nur von der Oberfläche: zu niedriger Wert. Zu grob zerkleinert: das Wasser im Korn reagiert nicht mit, ebenfalls zu niedrig. Probe in Sonne oder Zugluft vorbereitet: Feuchte verdunstet. Undichtes Gerät oder überlagerte Ampulle: falscher Druck. Messung im Rohrbereich eines Heizestrichs: beschädigtes Rohr. Schnellestriche und Estriche mit Zusatzmitteln haben eigene Herstellerwerte, die den Richtwerten vorgehen.
Häufige Fragen
Wie lange dauert eine CM-Messung?
Rund 15 bis 20 Minuten je Messstelle: Probe stemmen, zerkleinern, wiegen, 10 Minuten im Gerät, Protokoll.
Wie tief wird die Probe entnommen?
Aus der unteren Hälfte der Estrichdicke, so die Empfehlung der Verbände seit 2013. DIN 18560-1 nennt den gesamten Querschnitt.
Was bedeutet 2,0 CM-%?
Das ist der Richtwert für unbeheizten Zementestrich. Liegt der gemessene Wert darunter, gilt der Estrich als belegreif.
Kann ich die CM-Messung selbst machen?
Das Gerät ist frei erhältlich, die Bewertung gehört zum Bodenleger. Seine Messung mit Protokoll ist die Grundlage für die Gewährleistung.
Ist die CM-Messung zerstörend?
Ja, sie hinterlässt ein Loch, das vor dem Belag mit Reparaturmörtel geschlossen wird.
Gibt es Alternativen?
Die KRL-Methode misst die relative Luftfeuchte im Bohrloch, elektronische Geräte und die Folienprüfung dienen nur zur Orientierung.
Quellen
- ZVPF, ZVR, BSR, BVFGB, TKB: Ermittlung der Belegreife von Estrichen anhand der CM-Methode (Stellungnahme vom 20.12.2013, PDF)
- BVF: Schnittstellenkoordination bei Flächenheizungs- und Flächenkühlungssystemen in Neubauten, Protokoll P6 CM-Messung (PDF)
- Wikipedia: Calciumcarbid-Verfahren (CM-Messung)
- Wikipedia: Estrich
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Geschrieben von Jonas, Redaktion hausbauoase.de — er schreibt hier über Bauen, Dämmen und die Zahlen dahinter.






